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Zahl der Todesfälle verdreifacht Aids setzt Afrikas Teenagern schwer zu

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Laut einer Studie bleibt Aids häufigste Todesursache auf dem afrikanischen Kontinent.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach wie vor fordert Aids besonders auf dem afrikanischen Kontinent viele Opfer. Besonders Jugendliche sterben an der Autoimmunerkrankung. Neben Neuübertragungen zeugen die hohen Todesraten auch von Schwächen damaliger Behandlungsmethoden.

Die Immunschwächekrankheit Aids ist bei Teenagern in Afrika die häufigste Todesursache. In der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen liege die Krankheit auf dem afrikanischen Kontinent als Todesursache an erster Stelle, weltweit an zweiter Stelle, heißt es in einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks. Die Zahl der an Aids gestorbenen Teenager habe sich seit dem Jahr 2000 verdreifacht, die Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen sei "die einzige, bei der die Sterblichkeitsziffern nicht zurückgehen".

In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen gebe es rund zwei Millionen Jugendliche, die mit dem Aids-erregenden HI-Virus infiziert seien, heißt es in dem Bericht. Davon leben laut Unicef die Hälfte in den sechs Ländern Südafrika, Mosambik, Tansania, Kenia, Indien und Nigeria.

Infektion häufig bereits als Baby

In dieser Altersgruppe spielen zwei Infektionswege eine Rolle: Zum einen gibt es viele Jugendliche, die schon als Babys infiziert wurden und bei denen die Krankheit erst später zum Tragen kommt. Zum anderen gibt es Neuinfektionen. In Afrika südlich der Sahara sind bei den Neuinfektionen sieben von zehn Betroffenen Mädchen.

Die meisten Jugendlichen, die an mit Aids verbundenen Krankheiten sterben, wurden laut Unicef als Babys infiziert - "vor 10 bis 15 Jahren, als wenige schwangere und HIV-positive Frauen antiretroviral behandelt wurden, um die Übertragung von HIV von der Mutter auf das Kind zu verhindern", heißt es in dem Bericht.

Neue Behandlungsmethoden erzielen leichte Fortschritte

Von den 2,6 Millionen Kindern unter 15 Jahren, die mit dem HI-Virus infiziert seien, werde nur ein Drittel behandelt, erläuterte der Leiter der Unicef-Programme gegen Aids, Craig McClure. Es sei jedoch von elementarer Bedeutung, dass diese Kinder medizinisch betreut würden. Mit den modernen Behandlungsmethoden sei es gelungen, seit 2000 Neuinfektionen bei schätzungsweise 1,3 Millionen Neugeborenen zu verhindern.

Für 2014 gibt Unicef die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die an mit Aids verbundenen Krankheiten starben, mit 150.000 an. Die Vergleichszahl für die 10- bis 19-Jährigen liegt bei 60.000.

Quelle: n-tv.de, apo/AFP

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