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Medwedew rügt marode Luftflotte Alle Absturz-Opfer geborgen

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Ein Taucher vor dem Wrack der Maschine.

(Foto: dpa)

Es ist noch unklar, warum die Jak-42 mit der Eishockey-Mannschaft Lokomotive Jaroslawl an Bord abstürzte. Inzwischen sind aber die Leichen aller Opfer geborgen worden. Kremlchef Medwedew besucht den Absturzort und kritisiert den den Zustand der russischen Luftflotte.

Nach dem Flugzeugabsturz in Russland haben Rettungskräfte alle 43 Todesopfer geborgen. Taucher seien insgesamt 30 Mal in die Wolga gestiegen, in die Teile der Maschine gestürzt waren, teilte das Zivilschutzministerium mit. Unter den Opfern ist auch der deutsche Eishockey-Nationalspieler Robert Dietrich. Er war mit seinen Teamkollegen vom russischen Erstligisten Lokomotive Jaroslawl auf dem Weg zum Auswärtsspiel in der weißrussischen Hauptstadt Minsk.

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Der deutsche Spieler Robert Dietrich starb bei dem Unglück.

(Foto: dpa)

Die beiden Überlebenden des Absturzes sind nach Krankenhaus-Angaben noch in einem kritischen Zustand. Insgesamt waren 45 Menschen an Bord der Maschine vom Typ Jak-42. Die Ermittler schickten die Flugschreiber zur Untersuchung nach Moskau.

Die wahrscheinlichste Unglücksursache sei, dass eines der Triebwerke ausgefallen sei, sagte ein Flughafenmitarbeiter. Die Agentur Ria Nowosti zitierte einen Mitarbeiter der Luftfahrtindustrie, nach dessen Ansicht das Flugzeug mit minderwertigem Treibstoff betankt worden sei. Angeblich gewann die Maschine nach dem Start vom Flughafen Jaroslawl zu langsam an Höhe, streifte eine Antenne und zerschellte dann am Boden.

Medwedew will Flotte modernisieren

Der russische Präsident Dmitri Medwedew besuchte den Absturzort und kritisierte den maroden Zustand der russischen Maschinen. Falls russische Firmen keine sicheren Flugzeuge bauen könnten, müssten sie diese im Ausland kaufen, sagte Medwedew.

"Priorität haben die Passagiere, nicht die Interessen der Luftfahrtbranche", sagte Medwedew nach Angaben der Agentur Interfax bei einem Treffen mit Verkehrsminister Igor Lewitin. Nach einer solchen Katastrophe könne man nicht zur Tagesordnung übergehen, so der Präsident.

Viele Bedienstete der russischen Luftflotte seien schlecht ausgebildet oder würden keine Leistung bringen, sagte Medwedew weiter. Wer aber nicht arbeite, müsse gefeuert werden. Der von dem Unglück sichtlich erschütterte Staatschef räumte ein, dass nicht alle Probleme sofort zu lösen seien. "Ich werde die Regierung mit der Modernisierung der Branche beauftragen. Aber die Lage bleibt schwierig, wie die Serie der Luftfahrtkatastrophen zeigt." Allein in den vergangenen drei Monaten waren in Russland bei drei Flugzeugabstürzen mehr als 60 Menschen getötet worden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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