Panorama

Kurz im Fadenkreuz "Baby-Hitler töten"

Die österreichische Nationalratswahl geht auch am Satiremagazin "Titanic" nicht vorbei. Mit einem Bild von Sebastian Kurz und einer umstrittenen Aufforderung erzürnt das Magazin unsere Nachbarn. Die Polizei ermittelt.

Tabus brechen, auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen und die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten - regelmäßig wird das Satiremagazin "Titanic" entweder bewundernd gelobt oder scharf kritisiert. Nun debattiert Österreich über einen Tweet der Satiriker, der in den Augen von Kritikern einen Aufruf zum Mord an Sebastian Kurz darstellt. Der ÖVP-Chef hatte am Sonntag die Wahlen im Nachbarland gewonnen, auch weil er eine deutlich verschärfte Asyl- und Flüchtlingspolitik vertritt.

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Das Kult-Magazin reagierte nach seinem Wahlsieg und postete ein Bild von Kurz. Auf ihn ist ein Fadenkreuz gerichtet, begleitet von dem Schriftzug "Endlich möglich: Baby-Hitler töten!". Die konkrete Frage: "Würden Sie Baby-Hitler bei einer Zeitreise töten?" Eine Frage, die im Internet immer wieder diskutiert wird.

Die Reaktionen auf Twitter fielen entsprechend heftig aus. Nutzer empörten sich und schrieben, auch Satire hätte ihre Grenzen und diese habe man "mehr als überschritten". Das Bild könnte rechtliche Konsequenzen für das Satiremagazin haben. Wie der "Standard" berichtet, hat das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung bereits Ermittlungen wegen des Bildes aufgenommen.

Die "Titanic" sorgte erst im August für Aufregung, als das "Zeit"-Magazin dem Chefsatiriker Leo Fischer vorübergehend den Twitter-Account überließ. Mit dem Ergebnis, dass nicht nur der Tod von Ex-Fußball-Nationalspieler Mehmet Scholl, sondern auch der Abwurf einer Atombombe über der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang verkündet wurde.

Quelle: ntv.de, dsi