Panorama

Größte Völkerwanderung der Erde China erlebt den Megastau

Das Phänomen ist berechenbar, dennoch bringt es die Verkehrswege Chinas regelmäßig an ihre Grenzen: Im Fernen Osten trifft die Rückreisewelle nach dem chinesischen Neujahrsfest diesmal auf besonders ungünstige Bedingungen.

Das "Jahr des Schafs" beginnt für Millionen Chinesen mit Stau und Verspätungen: Der Ansturm der Reisenden und widrige Witterungsverhältnisse haben zum Ende des chinesischen Neujahrsfestes ein gewaltiges Verkehrschaos ausgelöst.

Mitten in der Heimreisewelle sorgten Schnee, Regen und Smog für Verspätungen und Ausfälle, wie Staatsmedien berichteten. Trotzdem registrierten Chinas Verkehrsbehörden zum Abschluss der jährlichen Festivitäten einen neuen Rekord: Schätzungen zufolge unternahmen die Chinesen zum Ende der Reiseperiode 9,7 Millionen einzelne Fahrten mit dem Zug, 1,4 Millionen mit dem Flugzeug und 73,6 Millionen mit dem Auto, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte. Insgesamt waren es so viele Reisebewegungen wie nie zuvor.

Die Feierlichkeiten rund um das Neujahrsfest zählen zu den wichtigsten Feiertagen in China. Die Rückreisewelle fällt dabei regelmäßig mächtiger und konzentrierter aus als das sogenannte "Chunyun", wie die Fahrten in die Ferien im modernen Chinesisch genannt werden. Millionen von Chinesen treten dabei Fahrten nach Hause und umfangreiche Verwandtenbesuche an.

Reisespektakel im Reich der Mitte

Für Infrastruktur und Transportsysteme bildet der jährliche Massenansturm regelmäßig eine äußerst anspruchsvolle Belastungsprobe: Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der größten "Völkerwanderung" der Weltgeschichte. Niemals zuvor haben sich viele Menschen in so kurzer Zeit ihren Standort gewechselt. Das moderne China trifft es Jahr für Jahr, wenn während der Ferien Angehörige aus den Großstädten und Industriezentren an der Küste zu ihren Familien und Verwandten in den ländlichen Regionen reisen.

Die Behörden gehen davon aus, dass es in diesem Jahr während der rund 40-tägigen Reisezeit rund um das Neujahrsfest insgesamt sogar mehr als 2,8 Milliarden einzelne Fahrtbewegungen mit Bahn, Bus, Flugzeug und Auto geben wird. Vor rund 20 Jahren waren es noch lediglich 800 Millionen Reisen.

Dank des massiven Ausbaus von Schnellzugverbindungen gelingt es China, immer besser mit dem Besucheransturm fertig zu werden. Mit mehr als 15.800 Kilometern hatte das Land laut Xinhua zum Jahresende 2014 ein längeres Netz von Schnellzugverbindungen als der Rest der Welt zusammen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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