Panorama

Mehr als 3400 Entlassungen Cirque du Soleil hofft auf Insolvenzverfahren

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Ob und wann die Shows wieder stattfinden, ist offen.

(Foto: imago images / Pacific Press Agency)

Wegen der Corona-Pandemie muss der Cirque du Soleil mehrere Dutzend Shows einstellen, nun folgt das Insolvenzverfahren. Das Unterhaltungs-Unternehmen hofft, mithilfe von Investoren den riesigen Schuldenberg abzutragen. Die Krise betrifft auch mehrere Veranstaltungsreihen in Deutschland.

Das kanadische Live-Unterhaltungs-Unternehmen Cirque du Soleil beantragt Insolvenzschutz und entlässt vorerst rund 3480 Mitarbeiter. Der Schritt sei eine Folge der "immensen Störungen und aufgezwungenen Einstellungen von Shows" in der Folge der Corona-Pandemie, teilte das Unternehmen in Montréal mit. Der Entertainment-Konzern will seine Schulden mithilfe der kanadischen Regierung und von bisherigen Beteiligungsgesellschaften umschichten.

Die aktuellen Pläne sehen vor, dass diese Institutionen 300 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln bereitstellen und dafür die Vermögensgegenstände des Unternehmens übernehmen. Der Cirque du Soleil erklärte, er habe eine Kaufvereinbarung mit seinen derzeitigen Aktionären geschlossen. Unter diesen sind Investoren aus den USA, Kanada und China. Diese hätten bereits einen Vorschlag vorgelegt, den Cirque du Soleil mit Unterstützung des Staats zu übernehmen.

Die Gebote beinhalteten auch die Absicht, die Mehrheit der gekündigten Mitarbeiter wieder einzustellen, sobald es das wirtschaftliche Umfeld erlaube. Ein Gericht in Québec werde den Antrag erörtern, teilte Cirque du Soleil weiter mit. Sollte der Antrag durchkommen, will das mit insgesamt gut einer Milliarde Dollar (892 Millionen Euro) verschuldete Zirkusunternehmen auch in den USA Insolvenzschutz beantragen. Bereits zuvor hatte das Unternehmen insgesamt 4500 Akrobaten und Techniker beurlaubt. Dies entspricht 95 Prozent aller Beschäftigten.

Weltweit hatte der 1984 gegründete Cirque du Soleil im Zuge der Pandemie den Betrieb von mehreren Dutzend Shows einstellen müssen, darunter allein sechs im US-Glücksspielparadies Las Vegas. Auch zwei Produktionen in Deutschland waren betroffen: In München wurde "Totem" Mitte März beendet, zwei Wochen vor der ursprünglich angesetzten letzten Vorstellung. In Hamburg lief bis zur Schließung im März "Cirque du Soleil: Paramour" in Zusammenarbeit mit Stage Entertainment. Aktuell sind Aufführungen bis Ende August 2020 ausgesetzt. Die Produktion soll laut Webseite nach 16 Vorstellungen im September auslaufen. Für September 2021 ist eine neue Show in Berlin angekündigt.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/AFP