Panorama

Juristisches Tauziehen beendet Debra Milke kommt endgültig frei

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Debra Milke wurde vorgeworfen, hinter dem Mord an ihrem Sohn zu stecken.

(Foto: AP)

Über zwei Jahrzehnte sitzt Debra Milke unschuldig in einer Todeszelle, jetzt sind alle juristischen Zweifel aus dem Weg geräumt: Die in Deutschland geborene 51-Jährige muss keinen weiteren Prozess wegen des Mordes an ihrem Sohn fürchten.

Nach 22 Jahren in einer US-Todeszelle kommt die in Berlin geborene Debra Milke endgültig frei. Ein Bundesgericht im Staat Arizona kündigte die Einstellung des Verfahrens gegen die 51-Jährige wegen der Ermordung ihres kleinen Sohnes an. Damit muss Milke keinen weiteren Prozess befürchten.

Milke war 1990 in Arizona zum Tode verurteilt worden, weil sie zwei Männer zum Mord an ihrem Sohn Christopher angestiftet haben soll. Die Justiz ging davon aus, Milke habe ihren Sohn loswerden und eine Versicherungssumme einstreichen wollen.

Das Urteil stützte sich vor allem auf die Aussage des leitenden Ermittlers Armando Saldate, dem Milke ihre Beteiligung an dem Verbrechen angeblich gestanden hatte. Ein unterschriebenes Geständnis gibt es aber ebenso wenig wie Tonaufnahmen oder Zeugen. Die damaligen Geschworenen erfuhren auch nicht, dass Saldate bereits wegen Falschaussage unter Eid aufgefallen war.

Milke beteuerte ihre Unschuld. Ein Bundesberufungsgericht kippte im März 2013 schließlich das umstrittene Todesurteil. Im darauf folgenden September durfte Milke das Gefängnis gegen Kaution verlassen. Die Staatsanwaltschaft von Arizona klagte die gebürtige Berlinerin aber zum zweiten Mal an und erklärte, erneut die Todesstrafe fordern zu wollen. Allerdings wollte Saldate nicht noch einmal in den Zeugenstand treten, weil er befürchtete, sich mit einer Aussage selbst zu belasten.

Vergangenen Dezember hob ein Berufungsgericht in Arizona die Anklage wieder auf, weil laut US-Recht niemand für dasselbe Verbrechen zwei Mal vor Gericht gestellt werden dürfe.

Quelle: ntv.de, jog/dpa/AFP