Panorama

Kalt und klar "Der Märzwinter schaut bei uns vorbei"

Nach frühlingshaften Tagen geht es am Wochenende mit den Temperaturen richtig weit nach unten: Eine skandinavische Kaltfront bringt den Winter zurück. Bei klarem Himmel gibt es aber auch wieder viel Sonnenschein.

ntv: Was ist los am ersten Märzwochenende?

Björn Alexander: Der Märzwinter schaut mal bei uns vorbei. Das heißt, dass hinter der Kaltfront von Tief "Gerd" ein kalter Wintergruß aus Skandinavien in Form von polarer Kaltluft folgt. Gleichzeitig zieht Hoch "Kesja" vom Atlantik nach Deutschland.

Was bedeutet das für unser Wetter?

Dass es am Wochenende eine durchgreifende Wetterberuhigung mit einem aufklarenden Himmel und spätwinterlichen Temperaturen gibt. Nachts oft mit Frost und tagsüber mit zum Teil richtig viel Sonne.

Wie viel Sonne können wir denn jetzt bekommen?

Knapp elf Sonnenstunden sind derzeit maximal möglich. Und in diesem Bereich werden wir am Wochenende auch durchaus mal landen.

Was macht dann die Sonnenbrandgefahr?

Bei den Temperaturen bietet sich das Sonnenbad zwar nicht unbedingt an. Aber empfindliche Hauttypen sollten sich - gerade am Ende des Winters - schützen. Der UV-Index bewegt sich in der klaren, kalten Luft bei 3 bis 5. Das entspricht einer mäßigen Belastung. Insbesondere in der Mitte und im Süden. Und wer im Süden noch näher an den Alpen oder gar in den Alpen lebt, der muss in den Hochlagen sogar schon mit einer hohen UV-Belastung im Bereich der Stufe 6 rechnen. Ansonsten dürfte allen Ski- und Wintersportfreunden an diesem Wochenende beim Blick auf das Wetter im Alpenraum wahrscheinlich ein wenig das Herz bluten.

Wieso?

Weil es nach bis zu 30 Zentimetern Neuschnee am Wochenende dort gute bis sehr gute Schnee- und Skibedingungen geben dürfte. Zudem dominiert die Sonne am blauen Himmel. Besser geht es eigentlich kaum.

Ist auch in Deutschland mit Schnee zu rechnen?

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Spazierengehen geht, aber nur im dicken Mantel.

(Foto: dpa)

Am deutschen Alpenrand sowie im Bereich der zentralen und östlichen Mittelgebirge wird es mit dem Wetterwechsel ein paar Zentimeter geben. Im Flachland sind zwar ebenfalls Flocken denkbar. Aber liegen bleiben die nicht. Was aber für alle gilt: Nachts wird es frostig kalt.

Wo wird es am kältesten?

Die tiefsten Temperaturen bekommen wir im Bereich der Mittelgebirge sowie in Richtung Alpenrand. Denn überall, wo es zuvor geschneit hat, geht es weit runter. Stellenweise sind auch zweistellige Minusgrade unter minus 10 Grad Celsius zu erwarten. Noch kälter wird es direkt am Boden. Hier sind gelegentlich auch mal Tiefstwerte um die minus 12 bis minus 15 Grad nicht auszuschließen.

Warum ist es am Boden kälter?

Wenn Temperaturen angegeben werden, dann normalerweise in zwei Metern Höhe. Zudem sind es die Werte im Schatten und abseits von betonierten Flächen. Das hat mit der Vergleichbarkeit und der Genauigkeit von Messwerten zu tun. Gleichzeitig gibt es neben der Zwei-Meter-Temperatur auch noch die Temperatur in fünf Zentimetern Höhe. Da sich bei diesen Wetterlagen die Luft vom Boden her abkühlt und die Wärme quasi rauf in den Himmel aufsteigt, ist es am Boden kälter als oben.

Wie kalt wird es denn abseits der Berge?

Im Norden und Nordwesten sowie am Rhein liegen die Tiefstwerte in der Nacht zum Samstag oftmals bei 0 bis minus 6 Grad. Sonst sind es vielerorts minus 6 bis minus 8 Grad.

Mit schlimmen Folgen für die Natur?

Zum jetzigen Zeitpunkt zum Glück weniger. Einerseits passen solche Kaltluftvorstöße natürlich jetzt noch gut in den normalen Witterungsverlauf. Nicht umsonst gibt es ja den Begriff des Märzwinters. Andererseits sind die Pflanzen noch nicht im Frühlingsmodus. Schlimm sind solche Kaltluftvorstöße nämlich erst, wenn der Frühling früh loslegt und dann von Ende März bis in den Mai hinein Polarluft mit ausgeprägtem Frost folgen.

Wann war das zuletzt der Fall?

Ähnliche Szenarien gab es beispielsweise im April 2017 oder im Mai 2019 und im Mai 2020. Also zu einem Zeitpunkt, als auch empfindliche Pflanzen mit den Trieben und den Blüten flächenhaft im Vollfrühling waren. Aber: für den heimischen Garten und den Balkon gilt es an diesem Wochenende die frostempfindlichen Pflanzen abzudecken oder reinzuholen.

Welche Details zeigt das Wetter am Wochenende sonst noch?

Am Samstag erwartet uns in der Mitte sowie im Süden nach kalter Nacht viel Sonne. Bis zu 10 Sonnenstunden oder etwas darüber sind drin. Der Norden bleibt alles in allem zwar weniger sonnig. Aber auch dort geht es trocken und mit bis zu sechs Sonnenstunden teils sehr freundlich weiter.

Und am Sonntag?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Erwarten uns zweigeteilte Aussichten: in der Nordhälfte mehr Wolken und mitunter etwas Regen oder Nieselregen bei einem zum Teil kräftigen Wind. Die Südhälfte bekommt hingegen mehr Sonne.

Wie sieht es bei den Temperaturen aus?

Nachts Frost und tagsüber ebenfalls eher frisch. Am Samstag höchstens bei 3 bis 10 Grad. Der Sonntag bringt einen minimalen Aufwärtstrend bei 4 bis 11 Grad.

Was bringt uns die nächste Woche?

Zunächst geht es noch relativ ruhig und leicht wechselhaft los. Dazu werden es am Montag höchstens 4 bis 12 Grad. Zur Wochenmitte kommt dann aber voraussichtlich deutlich mehr Bewegung in die Wetterküche. Die Tiefs werden aufdringlicher und selbst eine richtige Sturmlage ist ab der Wochenmitte nicht auszuschließen. Auch die trockenen Zeiten sind damit passé. Denn mit den Sturmtiefs kommt wiederholt Regen, im Bergland auch Schnee.

Quelle: ntv.de

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