Panorama

Aber noch kein Durchbruch Der Sommer kommt pünktlich zum Wochenende

Die Temperaturen klettern zum Wochenende an die Marke von 30 Grad. Vielerorts herrscht eitel Sonnenschein, doch ab Montag könnte es noch einmal wechselhafter werden, sagt Björn Alexander. Laut dem ntv-Meteorologen sind die weiteren Wetterprognosen noch uneindeutig - auch was Regen und Trockenheit angeht.

ntv: Der Sommer soll pünktlich zum Wochenende kommen. Wie schön und vor allem warm wird es in Deutschland?

Björn Alexander: Für viele von uns wird es freundlich bis sonnig und trocken - oft mit 10 bis knapp 15 Sonnenstunden. Zudem schnellen die Temperaturen vor allem im Süden und Osten in den sommerlichen Bereich. Hier sind Spitzen von 28 bis 30 Grad drin.

Woher kommt die Hitze?

Aus dem Südwesten Europas - und zwar mit prominenter Hilfe. Denn während sich Hoch "Cenk" über Mitteleuropa ausbreitet, zieht der ehemalige Tropensturm "Alex" in die Seeregionen zwischen den Britischen Inseln und Island und transportiert auf der Vorderseite die Wärme zu uns.

Mediterrane Wärme bei uns - wie warm ist es denn dann in Spanien?

Spanien schwitzt in der nächsten Hitzewelle des noch jungen Sommers 2022. Derzeit kratzt die Iberische Halbinsel mal wieder an der 40-Grad-Marke und wird sie spätestens am Wochenende erneut knacken. Dann mit bis zu 42 Grad. Und auch nächste Woche bleiben Spanien und Teile Portugals nahezu durchweg extrem heiß mit Werten von 35 bis über 40 Grad.

So heiß muss es bei uns definitiv nicht sein. Aber ist das Sommerwochenende denn nur ein Gastspiel oder bleibt die Wärme länger?

Derzeit sieht es noch nicht nach einem reibungslosen Sommer-Durchbruch aus. Bereits am Montag und Dienstag meldet sich frischere Luft bei uns an. Mit einem strammen Wind bei maximal noch 26 Grad. Im Anschluss sind die Wettercomputer noch unterschiedlicher Meinung. Ein Teil der Berechnungen möchte den Sommer in der Spur lassen, während ein anderer Teil mehr auf einen Schaukelsommer hinauswill.

Neben dem Sommer interessiert sicherlich viele Menschen die Frage nach Regen. Denn in einigen Landesteilen ist es ja ziemlich trocken, oder?

Ja, die Trockenheit beziehungsweise die Dürre in den Böden ist zum Teil groß bis sehr groß. Insbesondere der Osten unseres Landes ist davon betroffen. Sowohl im Oberboden, als auch in den tieferen Bodenschichten von ein bis zwei Meter. Vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin-Brandenburg sind flächenhaft betroffen. Gebietsweise aber ebenfalls im südlichen und östlichen Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg. Deutlich entspannter ist die Situation besonders südlich der Donau sowie vom Emsland bis nach Schleswig-Holstein.

Ist denn im Juni über den gesamten Monat eine Besserung möglich?

Für den Oberboden vorstellbar. Die experimentellen Langfristprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA sehen in den aktuellen Vorhersagen den Westen und den Norden im Juni deutlich zu nass. Kritisch bleibt es demnach bevorzugt im Südosten, wo es zu trocken bleiben soll. Ansonsten sind die Trends im durchschnittlichen Bereich.

Wie viel Regen ist im Juni normal?

Im langjährigen Durchschnitt gibt es im Juni in Deutschland um die 80 bis 90 Liter pro Quadratmeter. Damit ist der Juni - gemeinsam mit den anderen Sommermonaten Juli und August - einer der niederschlagsreichsten des Jahres.

Hat es denn beim Regen durch den Klimawandel im Sommer schon Verschiebungen gegeben?

In den letzten Sommern hatten wir natürlich etliche Extreme. Zwischen Starkregen und Dauerdürre - ausgelöst durch eine Vielzahl von stationären, also festgefahrenen Wetterlagen. Ein Trend, der sich inzwischen ziemlich eindeutig dem Klimawandel zuschreiben lässt. Gleichzeitig haben die Sommer ein weiteres Problem. Selbst durchschnittliche Regenmengen reichen aufgrund der höheren Temperaturen nicht genauso gut aus wie früher. Denn höhere Temperaturen führen gleichermaßen zu mehr Verdunstung. Sprich: Um auf dasselbe Ergebnis in puncto Feuchtigkeit zu kommen, muss mehr Regen fallen.

Dann hoffen wir mal auf mehr Regen im Juni. Aber bitte noch nicht am Wochenende. Wie sind die Details?

Der Samstag verläuft vielfach sonnig. Einzig entlang der Mittelgebirge sowie im Norden sind einzelne Schauer nicht auszuschließen. Das Ganze bei Tageshöchstwerten zwischen 19 Grad an der Nordsee und 29 Grad im Südwesten.

Und am Sonntag?

Bleibt es im Prinzip ähnlich. Die Mitte und der Norden bekommen ein leicht erhöhtes Schauerrisiko. Ansonsten gibt es aber viel Sonne und weiter ansteigende Temperaturen. Bevorzugt im Süden und Osten; verbreitet mit 25 bis 30 Grad. Der Norden und der Westen bleiben bei einem teilweise lebhaften Wind bei 19 bis 25 Grad frischer. Aber auch hier sorgt die kräftige Juni-Sonne durchaus für Sommerfeeling. Insofern bei empfindlichen Hauttypen und Kindern auch dort die Sonnencreme nicht vergessen.

Wie sieht der Start in die nächste Woche aus?

Die breite Mitte bleibt mehrheitlich freundlich bis sonnig und trocken. Im Norden und Süden wird es hingegen wechselhafter mit lokalen Schauern und Gewittern. Dabei erreichen die Temperaturen zwischen 17 Grad an der sehr windigen Nordsee und bis zu 26 Grad am Oberrhein. Und gerade in den Flussniederungen im Südwesten bleibt es auch am Dienstag noch am ehesten sommerlich, während es im übrigen Land meistens 16 bis 24 Grad werden.

Was bringt uns das Wetter anschließend?

Am Mittwoch und Donnerstag stehen die Zeichen tendenziell auf einen erneuten Sommervorstoß, dem aber schnell schon wieder neue Schauer und eine nächste Abkühlung folgen dürften. Richtig stabiles Sommerwetter ist zwar derzeit nicht auszuschließen. Die größte Wahrscheinlichkeit liegt aber im Bereich eines typischen mitteleuropäischen Sommers.

Quelle: ntv.de

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