Panorama

Gefährlicher Einsatz am Himmel Die Unfall-Chronik des Eurofighters

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Ein Kampfflugzeug Eurofighter der deutschen Luftwaffe vom Taktischen Luftwaffengeschwader 31 Boelcke (TaktLwG 31 B ) mit der Kennung 31+33.

(Foto: imago images / Björn Trotzki)

In Mecklenburg-Vorpommern kollidieren zu Wochenbeginn zwei Eurofighter. Doch für die Luftwaffe und andere Eurofighter-Nutzer im Ausland ist es nicht der erste große Zwischenfall dieser Art. Schon mehrfach kam es mit Eurofightern zu Unglücken und Beinahe-Kollisionen.

Der jüngste Absturz zweier Kampfjets vom Typ Eurofighter in der Nähe des Fleesensees in Mecklenburg-Vorpommern trifft die Bundeswehr und löst über die Region hinaus Bestürzung aus. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Unfälle und Kollisionen mit anderen Flugzeugen in Deutschland und in Europa. Ein Überblick:

23. Juni 2014: Kollision eines Eurofighters der Luftwaffe mit einem Learjet in der Nähe von Elpe im Sauerland (Nordrhein-Westfalen). Der beschädigte Eurofighter konnte noch auf einer Luftwaffenbasis landen, die beiden Besatzungsmitglieder des Learjets kamen bei dem Absturz ihrer Maschine ums Leben. Der Eurofighter war zum damaligen Zeitpunkt für eine Abfangübung in der Luft.

27. Juli 2007: Beinahe kommt es zu einem Unfall am Fliegerhorst Neuburg. Beim Durchstarten gerät der Eurofighter-Pilot in einen Vogelschwarm. Er musste den Tieren ausweichen und zog seine Maschine nach links. Bei diesem Flugmanöver wäre der Pilot fast mit dem Tower kollidiert, doch er schaffte es gerade noch rechtzeitig, auszuweichen.

Auch in anderen Ländern kam es bereits zu Zwischenfällen mit dem Eurofighter:

2017: Nach der Teilnahme an einer militärischen Flugschau in Spanien befand sich der Pilot eines Eurofighters auf dem Rückflug zur Basis, als seine Maschine abstürzte. Wie es zu dem Unfall kam, ist immer noch ungeklärt.

2017: Ein Eurofighter-Pilot fliegt während einer Flugschau in Italien einen Looping, doch der Versuch scheitert. Die Maschine schlägt auf dem Meer auf. Nach Angaben der Behörden war seine Flughöhe zu gering.

2014: Ein Pilot stürzt in Südspanien kurz vor der Landung ab. Die Absturzursache ist bislang unklar.

2010: Ein spanischer Eurofighter stürzt über Sevilla ab. Der Ausbilder kann sich durch den Schleudersitz retten, der Flugschüler kommt bei dem Unfall ums Leben.

2008: Ein britischer Eurofighter setzt auf einer Landebahn in Kalifornien ohne Fahrwerk auf. Der Pilot übersteht die Bruchlandung unverletzt.

Größtes gemeinsames Rüstungsprojekt Europas

Beim Eurofighter handelt es sich um ein europäisches Mehrzweckkampflugzeug. Hersteller ist die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH mit Sitz in Hallbergmoos bei München, hinter der ein multionationales Konsortium steht. Der Flugzeugbauer Airbus etwa kontrolliert ein Drittel der Anteile. Der britische Rüstungsriese BAE Systems ist ebenfalls mit 33 Prozent an dem bislang umfangreichsten Projekt in der europäischen Rüstungszusammenarbeit beteiligt.

Geplant und entwickelt wurde der Eurofighter seit den 1970er-Jahren. Zeitweilig lief das Projekt unter dem Titel "Jäger 90". Der Erstflug des Eurofighter-Prototyps fand im März 1994 statt. Bei der Bundeswehr wurden die ersten Maschinen des zweistrahligen Mehrzweckkampfflugzeugs 2006 in Dienst gestellt.

Die rund 16 Meter langen und bis zu 23,5 Tonnen schweren Militärflugzeuge können mit ihren beiden EJ200-Triebwerken bis auf zu 2,3-fache Schallgeschwindigkeit beschleunigen und bis in eine Höhe von knapp 17.000 Metern aufsteigen. Die Luftwaffe verfügte bislang über 140 Maschinen.

Der Eurofighter bildet nach Angaben der Bundeswehr das "Rückgrat der deutschen Kampfflugzeugflotte". Als überschallschnelle Abfangjäger oder bei Bedarf auch als Jagdbomber dienen die deutschen Eurofighter der Landesverteidigung. Im Alltag steigen Eurofighter der sogenannten Alarmrotten auf, um die Sicherung des deutschen Luftraums zu gewährleisten. Daneben stellen die Eurofighter ihre Fähigkeiten auch im Rahmen der deutschen Bündnisverpflichtungen zur Verfügung.

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Quelle: n-tv.de, sgu/mmo