Panorama

So verschwand die Boeing sicher nicht Die fünf schrillsten Theorien zu MH370

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(Foto: REUTERS)

Mysteriöse Ereignisse rufen Verschwörungstheoretiker auf den Plan - auch bei Flug MH370. Im Internet verbreiten sich skurrile Thesen besonders gut. Sie alle erklären, was in der fraglichen Nacht sicher nicht geschah.

Das Rätsel um die verschwundene Boeing 777-200 der Malaysia Airlines ist noch lange nicht gelöst. Bislang wissen die Ermittler nur sehr bruchstückhaft, was passiert sein könnte - entsprechend viele Theorien kursieren über das Schicksal des Flugzeuges.

Das Geheimnis um MH370 bringt aber, nicht ganz unerwartet, auch eine besondere Spezies Mensch ins Fabulieren: Verschwörungstheoretiker. Es kursieren unzählige Theorien über die Ereignisse um Flug MH370. Die fünf schrägsten Verschwörungstheorien zum Verschwinden der Boeing 777 - oder: Wie das Flugzeug ganz sicher nicht verschwand.

1. Nicht von dieser Welt: Auf dem Flugradar schwebt ein Ufo!

Außerirdische müssen regelmäßig dann herhalten, wenn die üblichen Erklärungsmuster an ihre Grenzen kommen. Ein scharfer Beobachter hat mithilfe einer öffentlichen Echtzeit-Positionsdarstellung von Flugzeugen das Verschwinden von MH370 beobachtet. Auf seinem Youtube-Kanal veröffentlichte er ein Video, in dem er erklärt, auf dem Schirm sei - ganz in der Nähe der verschollenen Boeing - ein Ufo zu sehen. "Die Radar-Wiederholung ist nicht nur rätselhaft, sondern sie zeigt deutliche Anomalien", heißt es in einem Text zu dem Video, das bereits fast eine halbe Million Mal angeklickt wurde.

Auf dem Video ist ein Objekt zu sehen, das sich zunächst deutlich schneller fortbewegt als die anderen Flugzeuge auf dem Radar. Dann plötzlich stoppt es und schwebt auf der Stelle. "Das kann nur als Ufo bezeichnet werden", heißt es in dem Text. Zur gleichen Zeit sei auf dem Radar zu sehen, wie MH370 Schwierigkeiten bekomme. Das Flugzeug drehe schnell nach rechts, dann nach links und schließlich wieder nach rechts, bevor es - laut Radar - ohne Verzögerung plötzlich eine Flughöhe von null Fuß erlange.

Was aber ist auf dem Video zu sehen? Vielleicht ist es ein technischer Fehler. Die Software, die in dem Youtube-Film genutzt wird, fängt Transponder-Daten der Flugzeuge ab. Das "Ufo" könnte schlicht ein Flugzeug sein, bei dem die Datenübertragung stockte, oder dessen Transponder nicht richtig funktionierte.

2. Militärische Tarntechnologie: MH370 wurde unsichtbar gemacht

An Bord der Boeing waren 20 Mitarbeiter der Firma "Freescale Semiconductor". Das texanische Unternehmen produziert nicht nur Halbleiter, sondern soll auch im Bereich militärischer Tarntechnologie forschen. Das bietet natürlich ordentlich Stoff für entsprechende Theorien. 

"Es ist denkbar, dass MH370 'verhüllt' wurde, mit neuester Technologie zur elektronischen Kriegsführung, die existiert und auch benutzt wird", schreibt die Internetseite beforeitsnews.com.  Diese Art von Technologie sei genau das Arbeitsfeld von Freescale Semiconductor, heißt es dort weiter.

Geht es um Militärspionage? Die Theorien werden hier noch wilder als ohnehin schon: Leitete China das Flugzeug um, um an geheime Technologie aus den USA zu kommen? Oder wollten die USA verhindern, dass ebendiese Technologie in fremde Hände gerät - und scheuten auch nicht davor zurück, deshalb das gesamte Flugzeug abzuschießen? Auch eine dritte Möglichkeit kursiert in den Weiten des Internets: Die Freelance-Mitarbeiter hätten selbst das Flugzeug mittels neuester, geheimer Technologie verschwinden lassen. Warum, werden wir wohl erst erfahren, wenn diese Theorie noch etwas gereift ist.

3. Terror: MH370 kommt wieder - als riesige Atombombe

Stundenlang war die Boeing nach dem letzten Kontakt noch unterwegs. Wohin, weiß niemand. Landete das Flugzeug irgendwo? Natürlich wird diese Option von vielen Verschwörungstheoretikern in Betracht gezogen. Vielleicht waren die Piloten selbst in etwas Großes verstrickt: Flugzeugpiraterie und Terror. Entführten sie das Flugzeug, um daraus eine große Waffe zu machen? "Das Flugzeug könnte sich derzeit in einem Hangar im Iran befinden", ist auf einschlägigen Webseiten zu lesen. Sowohl der Iran als auch Pakistan lägen in Bereichen, die das Flugzeug in den unbeobachteten Flugstunden hätte erreichen können, heißt es dort weiter.

Doch damit nicht genug: Eine Boeing 777 fasst ein großes Ladegewicht. "Mit dieser enormen Kapazität könnte eine Boeing 777 mit aufwendigen Waffen ausgestattet werden", behauptet die Seite infowars.com. Dies könnten sowohl biologische, chemische oder auch Nuklearwaffen sein, die ganze Städte vernichten könnten. Per Fernsteuerung könne das Flugzeug gelenkt werden.

4. Schuss aus dem All: Ein Asteroid traf das Flugzeug

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Asteroiden aus dem All: Die Erde im Visier. Könnte da auch ein Flugzeug getroffen werden?

(Foto: REUTERS)

Kurz vor dem Verschwinden war noch alles okay. "In Ordnung, gute Nacht" lautete der letzte Funkspruch der Piloten. Traf unmittelbar darauf ein Meteor das Flugzeug? Diese Theorie kursierte in diversen Foren schon kurz nach den mysteriösen Ereignissen. Sie entstand vermutlich mit dem Meteor von Tscheljabinsk im Hinterkopf, der vor etwas über einem Jahr im russischen Ural niederging.

Schnell wurde dann aber klar: Die verschollene Boeing flog noch lange nach dem letzten Kontakt weiter. Das Aus für die Theorie? Nicht unbedingt. Denn auch noch Stunden später könnte der Flug von einem Meteor getroffen worden sein. Auch wenn die Vertreter dieser These dann noch ein weiteres Gerüst bauen müssten - etwa, um zu erklären, warum der Kontakt kurz vor der Küste Vietnams plötzlich abbrach.

5. Gier nach Geld: Es um ging die Lebensversicherung

Wenige Tage nach dem Verschwinden sagte ein malaysischer Polizeichef zu den Ermittlungen: "Vielleicht hatte jemand im Flugzeug eine hohe Lebensversicherung, oder jemand schuldete einem anderen viel Geld - wir schließen keine Möglichkeit aus."

Auch das bietet Nährboden für Spekulationen. Diese werfen aber mehr Fragen auf, als sie beantworten: Geht es in Wirklichkeit um riesige Summen Geld? Waren die Piloten eingeweiht? Und warum wählt man einen solch aufwendigen Weg? Nicht umsonst gehört diese Verschwörungstheorie zu jenen, die nur auf sehr wenig Resonanz stoßen.

Sollten die Suchtrupps weiterhin keine Spur der Boeing 777 finden, wird sich zeigen, welche dieser fünf Theorien sich letztlich langfristig etabliert. Vielleicht wird das Ranking am Ende auch von einer ganz anderen, noch skurrileren These angeführt.

Doch selbst wenn das Puzzle um die verschollene Boeing von den Ermittlern gelöst werden sollte: Es wäre verwunderlich, wenn gar keine "Verschwörung um MH370" bliebe.

Quelle: ntv.de

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