Panorama

Überlebende kriegen VentilatorenDrei Zoo-Löwen in Japan wegen Hitze gestorben

04.08.2026, 13:24 Uhr
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Löwin Mugi, drei Jahre alt, starb als erstes. (Foto: Tama Zoo Tokio)

16 Löwen leben in Tokios Tama-Zoo. Als es sehr warm wird, werden sie von den Besuchern getrennt und mit mehr Wasser versorgt. Doch für drei Tiere reichen die Maßnahmen nicht aus, sie sterben in der japanischen Hitze.

In einem Zoo in Japans Hauptstadt Tokio sind binnen kürzester Zeit drei Löwen gestorben. Der Tierpark vermutet eine Hitzewelle als Todesursache. Mehrere der insgesamt 16 Großkatzen zeigten hitzetypische Ausfallerscheinungen. Um den Tieren Ruhe zu geben, wurde bereits am 23. Juli der Besucherverkehr im Löwen-Gehege eingestellt. Besucher und Besucherinnen des Tama-Zoos können eigentlich mit Bussen sehr nah an die Löwen heranfahren.

Die Löwen erhalten zudem "Wassersprays und Ventilatoren", teilt der Zoo mit. Zudem bekommen die hitzekranken Löwen weitere Flüssigkeiten und Medikamente intravenös verabreicht. Doch die Maßnahmen konnten den Tod von drei afrikanischen Löwen nicht verhindern: Die drei Weibchen starben am 28. und 31. Juli sowie am 2. August im Alter von 3, 11 und 15 Jahren.

Die Zoo-Mitarbeitenden begannen die Behandlung bereits mit den ersten Ausfallerscheinungen. In einer Mitteilung ist von "Appetitlosigkeit und verminderter Aktivität" die Rede. Am 18. Juli hätten die Tierpfleger dies bei zwei Löwen festgestellt. Als am 22. Juli acht weitere Löwen "ähnliche Auffälligkeiten" zeigten, wurde das Gehege gesperrt und die Pflege intensiviert. "Während sich einige Tiere nach der ersten Behandlung erholten, verschlechterte sich der Zustand anderer schwer", so der Zoo. "Sie litten unter völliger Appetitlosigkeit, konnten nicht mehr stehen und verloren das Bewusstsein."

Die Tier-Experten vermuten, dass die gesundheitlichen Probleme mit einer "Hitzewelle seit Mitte Juli" zusammenhängen. In Japan waren teilweise Temperaturen von über 40 Grad gemessen worden. Alle Löwen würden deshalb seit dem 23. Juli in den Ställen gepflegt werden. Der Gesundheitszustand werde "sorgfältig überwacht".

Drei Löwen noch immer sehr krank

Um die Todesursache klar benennen zu können, fehlen dem Zoo noch einige Testergebnisse. Doch die Tierpfleger sind überzeugt, die hohen Temperaturen waren zu viel: "Die pathologischen Autopsiebefunde zeigen bei allen drei Löwen eine allgemeine Dehydration und multiples Organversagen, was darauf hindeutet, dass Hitzestress eine Rolle gespielt hat." Zu möglichen Vorerkrankungen der drei verstorbenen Tiere macht der Zoo keine Angaben.

"Aktuell sind drei Löwen noch immer krank und können nicht stehen", erklärt der Tierpark weiter. Ihre Druckgeschwüre würden behandelt werden, und sie bekämen weiterhin viel Flüssigkeit und Medikamente verabreicht, die die Leber am Laufen halten. Der Fokus liegt im Tama-Zoo allerdings auf den "vier Löwen, die sich erholt haben oder Anzeichen der Besserung zeigen, sowie den sechs Löwen, die von Anfang an gesund waren". Sie befinden sich nun in einem Gehege "mit Klimaanlage und zusätzlichen Industrielüftern".

Afrikanische Löwen leben hauptsächlich in den Regionen südlich der Sahara. Ihr natürlicher Lebensraum besteht aus Savannen, Graslandschaften und trockenem Buschland. Weniger als 30.000 Tiere leben laut Nabu noch auf dem afrikanischen Kontinent. Normalerweise kommen die Tiere mit Tagestemperaturen bis 40 Grad klar. Im natürlichen Lebensraum kühlt es nachts jedoch stark herunter, das ist in der japanischen Millionenmetropole während einer Hitzephase nicht gegeben.

Quelle: ntv.de, mpa

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