Panorama

20 Tote, Hunderte Verletzte Explosionsserie verwüstet Stadt Bata

Durch die Stadt Bata im zentralafrikanischen Äquatorialguinea zieht sich eine Schneise der Verwüstung, Fenster sind entglast und Häuser liegen in Trümmern. Ursache sind Brände in mehreren Dynamit- und Sprengstoffdepots des Militärs. Es soll mindestens 20 Tote und Hunderte Verletzte geben.

Eine Serie von Explosionen hat am Sonntag die Stadt Bata im zentralafrikanischen Äquatorialguinea erschüttert und mindestens 20 Menschen in den Tod gerissen. Etwa 600 weitere Menschen wurden verletzt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Nach Angaben der Behörden explodierten mehrere Waffen- und Munitionsdepots auf einem Militärstützpunkt. Laut Staatschef Teodoro Obiang Nguema wurde der Unfall aus "Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit" verursacht.

Die Explosionen sorgten in den umliegenden Vierteln für eine Schneise der Verwüstung. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch, Betonbrocken lagen im Umkreis von hundert Metern auf den Straßen verstreut, wie der staatliche Fernsehsender TVGE berichtete. Anwohner rannten in Panik durch die Straßen. Die Druckwellen sollen nach weiteren Medienberichten auch in weit entlegenen Gebieten zu spüren gewesen sein.

Im Krankenhaus von Bata herrschte laut TVGE angesichts der vielen Verletzten Chaos, Verletzte wurden teils auf den Boden gelegt und dort notdürftig versorgt. Das Gesundheitsministerium berichtete via Twitter, zahlreiche Bewohner der umliegenden Viertel befänden sich noch unter den Trümmern ihrer Häuser. TVGE zeigte immer wieder Bilder von Feuerwehrleuten und Helfern, die Menschen aus den Trümmern befreiten.

War Brandrodung die Ursache?

Die Explosionen ereigneten sich im Militärstützpunkt Nkoa Ntoma, auf dem Spezialeinheiten untergebracht sind. Präsident Obiang Nguema sprach am Abend im Staatsfernsehen von "einem Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit der für die Bewachung von Sprengstoffen, Dynamit und Munition zuständigen Einheit". Er warf zudem Bauern vor, die von ihnen zur Brandrodung gelegten Feuer nicht unter Kontrolle gehabt zu haben. Die Flammen hätten sich bis zur Kaserne ausgebreitet.

Die Telefonverbindungen zwischen Bata, der größten Stadt des Landes, und der Hauptstadt Malabo auf der Insel Bioko brachen teilweise zusammen. Auch das Internet ist gestört. Obiang Nguema ordnete eine Untersuchung zur Ursache der Explosionen an. Zugleich richtete er einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft.

Das am Golf von Guinea an der Westküste Afrikas gelegene Äquatorialguinea ist einer der abgeschottetsten Staaten Afrikas. Der 78-jährige Staatschef Obiang Nguema ist dort seit fast 42 Jahren an der Macht. Die Opposition und internationale Organisationen werfen ihm immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor. 2017 wurde nach Regierungsangaben ein Putsch vereitelt; zwei Jahre später wurden 130 Menschen deshalb zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Bata ist mit knapp 200.000 Einwohnern die größte Stadt des öl- und gasreichen Landes, in dem jedoch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebt. Von den 1,4 Millionen Einwohnern leben etwa 800.000 in Bata.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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