Panorama

Wenn Deutschland kickt Fanmeile droht Kollaps

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Hunderttausende wollen unter freiem Himmel sehen, wie der Ball hart umkämpft ist.

(Foto: APN)

Nicht mehr als 350.000 Besucher sollen beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Argentinier Zugang zur Fanmeile in Berlin bekommen. Der Ansturm jedoch wird größer sein.

Rekord-Hitze, Rekord-Bierumsatz, Rekord-Besuche bei den großen Fan-Festen: Deutschland fiebert dem WM-Hit gegen Argentinien entgegen und rüstet sich bei schweißtreibenden Temperaturen für die bislang wohl größte Party bei dieser WM im Lande.

Deutschlands Partyzone Nummer eins in Berlin auf der Straße am 17. Juni droht überrannt zu werden. Die Veranstalter rechnen mit einem Andrang von 400.000 Besuchern. Dennoch hat sich der Senat gegen eine Ausweitung der Fanmeile ausgesprochen - viele feierfreudige Fans werden deshalb verschlossene Türen vorfinden. "350.000 Besucher erhalten Einlass. Mehr nicht. Man sollte frühzeitig anreisen", sagt Anja Marx, Sprecherin des zentralen FIFA-Festes.

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Die Fußball-Euphorie ist grenzenlos in der Hauptstadt.

(Foto: dpa)

Mit großem Unverständnis haben die Berliner auf die Weigerung des Senats reagiert, die Fanmeile für das Viertelfinale über die Siegessäule hinaus zu erweitern. Bereits zum Achtelfinale mussten mehrere tausend Fans draußen bleiben. Nach Meinung des Senats war aber der Aufwand für eine Erweiterung zu groß, zumal die Händler auf der Partymeile bei WM-Spielen ohne deutsche Beteiligung über einen schlechten Absatz klagen.

Bei den deutschen Nationalspielern in Südafrika kommt die Euphorie in der Heimat gut an. "350.000 Besucher am Brandenburger Tor, das ist kaum zu toppen", sagte Abwehrspieler Arne Friedrich. "Es ist für mich eigentlich mit die größte Freude, dass die Menschen in Deutschland wieder mal richtig was zu feiern haben", sagte der künftige Wolfsburger an.

Bier-Durst nimmt zu

Mit einem gutes Geschäft rund ums Viertelfinale rechnen die Brauereien. Der private Bierkonsum werde zum Samstag ansteigen wie sonst nur zu Silvester, sagte ein Marketing- und Vertriebsleiter einer großen Brauerei. Dank der Wetterprognosen könnte eine Euphorie wie beim Viertelfinalspiel der WM 2006 erreicht werden. Damals blieben nach dem Sieg im Elfmeterschießen der DFB-Elf gegen Argentinien viele Regale in den Getränkemärkten noch Tage nach dem Spiel leer.

Die erwarteten Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius können bei Fanfesten allerdings auch zur Gefahr werden. "Wenn an so einem Tag 300.000 Menschen beim Public Viewing dabei sind, dicht gedrängt und ständig in Bewegung, dann besteht die Gefahr, dass einige Tausend Menschen ernsthafte Probleme mit dem Kreislauf bekommen", sagte Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation.

Neben Berlin rechnen auch andere Großstädte mit einem erhöhten Besucherandrang an den zentralen Public-Viewing-Standorten. Nachdem 25.000 Besucher am vergangenen Sonntag zum 4:1-Sieg über England in die Frankfurter Commerzbank-Arena strömten, werden am Samstag einige tausend mehr erwartet. Die zentralen Plätze in der Innenstadt am Roßmarkt und am Rathausplatz werden wohl wieder frühzeitig wegen Überfüllung geschlossen.

In München kamen beim letzten Spiel der DFB-Elf rund 36.000 Zuschauer zur WM-Fete ins Olympiastadion. Auch diese Marke dürfte am Samstag übertroffen werden. In Hamburg werden 70.000 Besucher auf dem Heiligengeistfeld erwartet. Wegen der Hitze sind 24 zusätzliche Rettungskräfte im Einsatz, die Besucher können sich an Trinkwassertürmen mit Flüssigkeit versorgen.

Quelle: n-tv.de, sid