Panorama

Größerer Ausbruch in Frankfurt Gläubige infizieren sich bei Gottesdienst

132134185.jpg

Der Gottesdienst fand zu einem Zeitpunkt statt, als es wieder erlaubt war.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die wiedergewonnene Freiheit bei der Ausübung ihres Glaubens bezahlen zahlreiche Besucher eines Gottesdienstes in Frankfurt mit einer Infektion mit dem Coronavirus. Das örtliche Gesundheitsamt bemüht sich um die Nachverfolgung der Kontakte. Doch das gestaltet sich schwierig.

Bei einem Gottesdienst einer Baptistengemeinde in Frankfurt am Main haben sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf den stellvertretenden Leiter des örtlichen Gesundheitsamts, Antoni Walczok, berichtete, sind Gläubige aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet betroffen. "Es handelt sich um ein sehr dynamisches Geschehen", sagte Walczok.

Noch sei nicht zu übersehen, wie viele Menschen sich insgesamt angesteckt haben, so die Zeitung. So seien neben Frankfurt auch die umliegenden Landkreise, etwa der Wetterau-, der Hochtaunus- und der Main-Kinzig-Kreis betroffen. Alleine in Hanau haben sich dem Bericht zufolge 16 Personen im Zusammenhang mit dem Gottesdienst infiziert.

Der verhängnisvolle Gottesdienst fand am 10. Mai im Bethaus der Evangeliums-Christen- Baptisten-Gemeinde im Frankfurter Stadtteil Rödelheim statt - zu einem Zeitpunkt, an dem dies nach den hessischen Corona-Regeln wieder erlaubt war. Laut der hessischen Verordnung sind bei Gottesdienstes Namenslisten nicht verpflichtend und wurden auch in diesem Fall nicht geführt. Dies erschwert dem Gesundheitsamt laut FR nun die Kontaktverfolgung.

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Baptistengemeinde, Wladimir Pritzkau, sagte: "Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online." Es sei eine "schwierige Lage". Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er "nicht genau sagen", meinte Pritzkau. "Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden." Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden. Über die Zahl der Gemeindemitglieder wollte Pritzkau keine Angaben machen. Die meisten kämen aus dem Raum Frankfurt. In der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten finden die Gottesdienste laut Homepage in deutscher und russischer Sprache statt.

Am Freitag wurde ein Ausbruch des Coronavirus im Zusammenhang mit einem Restaurantbesuch im niedersächsischen Leer bekannt. Ein Gast soll dabei sieben Menschen angesteckt haben, mindestens 50 Personen müssen vorsorglich in häusliche Quarantäne, um Testergebnisse abzuwarten.

Quelle: ntv.de, jog/dpa