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Warnung vor Wucherpreisen Hausärzte fordern Masken zum Festpreis

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OP- und FFP2-Masken könnten eine deutlich höhere Schutzwirkung bieten als Alltagsmasken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in Einzelhandel und öffentlichem Nahverkehr soll laut Gesundheitsminister Spahn nicht zu Versorgungslücken führen. Der Deutsche Hausärzteverband sorgt sich trotzdem - und zwar um die Preisentwicklung.

Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zum Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Deutsche Hausärzteverband vor Wucherpreisen für medizinische Masken im Onlinehandel gewarnt. Es solle ein fairer Preis für die Masken sichergestellt werden, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er schlug vor, einen Festpreis für die Masken festzulegen, der nicht überschritten werden dürfe. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer hatten am Dienstag eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken im Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr beschlossen. Weigeldt begrüßte diesen Beschluss: "Wenn man sich für eine Maskenpflicht entscheidet, dann muss man es auch richtig machen", sagte er.

Die OP- und FFP2-Masken könnten eine deutlich höhere Schutzwirkung bieten als Alltagsmasken, sagte der Verbandsvorsitzende der Hausärzte. Voraussetzung sei allerdings, dass es sich um zertifizierte Produkte handle und diese richtig verwendet würden.

Allerdings: Auch FFP2-Masken sind Einwegprodukte, ausgelegt als Arbeitsschutz für eine Acht-Stunden-Schicht. "Für den privaten Bereich im Alltag kann die Maske allerdings auch öfter benutzt werden, etwa für den Einkauf oder die Fahrt zur Arbeit mit dem öffentlichen Nahverkehr", heißt es vom TÜV-Verband (VdTÜV).

Mund-Nase-Masken filtern einen Teil der Partikel und Viren aus der Luft heraus. Dadurch sinkt deren Konzentration und damit das Infektionsrisiko. Ausgeatmete Aerosolpartikel sind nach Angaben der Gesellschaft für Aerosolforschung mit Sitz in Köln durch anhaftende Feuchtigkeit relativ groß, auch einfache Masken können sie daher recht effizient zurückhalten. In der Raumluft schrumpfen die Partikel aber - und können darum beim Einatmen durch einfache Masken hindurch gelangen. FFP2-Masken sind dichter und filtern so mehr kleinere Partikel. In der Folge bieten sie mehr Schutz für den Träger.

Quelle: ntv.de, jki/dpa/AFP