Panorama

Leichenfunde im Minutentakt Helfer finden 1000 tote Arbeiter

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Bergungskräfte tragen eine Leiche vom Trümmerfeld - leider eine alltägliche Szene in diesen Tagen in Bangladesch.

(Foto: AP)

Die Zahl der in Bangladesch getöteten Textilarbeiter erreicht schier unglaubliche Ausmaße. Mittlerweile ziehen Bergungskräfte die Leiche Nummer 1032 aus dem riesigen Schuttberg der eingestürzten Fabrik nahe Dhaka. Manche Körper sind längst verwest.

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Diese Frau bricht am Unglücksort zusammen, viele Menschen suchen verzweifelt ihre Angehörigen.

(Foto: AP)

Gut zwei Wochen ist der Fabrikeinsturz in Bangladesch nun her und noch immer finden Bergungskräfte ständig neue Leichen. Die Zahl der Todesopfer ist auf mehr als 1000 gestiegen. Bislang wurden 1032 leblose Körper aus den Trümmern des Gebäudes im Industriegebiet Savar nordwestlich der Hauptstadt Dhaka geborgen, wie ein Sprecher des Zentrums für Katastrophenmanagement mitteilte.

Bergungskräfte setzten die Suche nach weiteren Opfern fort. Sie arbeiten mit Kränen, Bulldozern und Baggern. Einige Tote seien bereits stark verwest gewesen und hätten nur aufgrund von Mobiltelefonen in ihren Taschen oder Arbeitsausweisen identifiziert werden können, sagte ein Sprecher der Armee. Mindestens 150 Leichen, deren Identität nicht geklärt werden konnte, wurden in anonymen Gräbern auf einem staatlichen Friedhof bestattet.

2400 Menschen, vor allem Frauen, waren am 24. April beim Einsturz des achtstöckigen Hauses mit Textilfabriken und Geschäften verletzt worden. Das Unglück gilt als das schlimmste seiner Art in der Geschichte Bangladeschs. Zwölf mutmaßliche Verantwortliche wurden festgenommen, darunter der Besitzer des Gebäudes und leitende Mitarbeiter mehrerer Textilfirmen.

18 Textilwerke wurden nach der Katastrophe aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die auch für den deutschen Markt produzieren, gelten als katastrophal. Erst am Donnerstag hatte es in einer Fabrik gebrannt, acht Menschen starben.

Quelle: n-tv.de, jtw/AFP/dpa

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