Panorama

CNN: Wrackteil passt zu Boeing-777 Hinweis auf Flug MH370 gefunden?

MH370.JPG

Der TV-Sender CNN berichtet, das Wrackteil sei identisch mit Teilen, die zu Maschinen von Typ Boeing 777 gehören.

Monatelang bleiben alle Suchaktionen nach dem verschollenen Flug MH370 erfolglos. Nun wird auf einer Insel im Indischen Ozean ein Wrackteil angeschwemmt. Laut einem Medienbericht gehört es zum selben Flugzeug-Typ wie der Unglücks-Flieger.

Das Wrackteil eines Flugzeugs auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean hat Spekulationen über mögliche Verbindungen zum verschollenen Flug MH370 von Malaysia Airlines ausgelöst. Das rund zwei Meter lange Stück war nach Berichten lokaler Medien an der Küste bei Saint-André im Osten der zu Frankreich gehörenden Insel gefunden worden. Es sei "mit Muscheln bedeckt" gewesen, weshalb darauf geschlossen werden könne, dass es bereits längere Zeit im Wasser lag, sagte ein Augenzeuge.

Nun berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, das Wrackteil sei identisch mit Teilen, die zu Maschinen von Typ Boeing 777 gehören. Bei dem Flugzeug der Malaysia-Airlines mit der Flugnummer MH370 handelte es sich um denselben Typ. Zuvor hatte bereits der französische Luftsicherheitsexperte Xavier Tytelman von einer unglaublichen Ähnlichkeit zwischen dem gefundenen Wrackstück und einem Teil eines Ruders einer Boeing 777 gesprochen. Auf seinem Twitter-Account und seinem Blog veröffentlichte er eine Skizze dazu. "In einigen Tagen werden wir eine sichere Antwort haben", schrieb Tytelman.

Malaysia hat nun Experten entsandt, um zu klären, ob der Fund mit dem Verschwinden des Malaysia-Airlines-Flug MH370 vor über einem Jahr zusammenhängt. "Ich habe ein Team losgeschickt, um das Wrackteil zu untersuchen", sagte der malaysische Verkehrsminister Liow Tiong Lai am UN-Sitz in New York. Auch Malaysia Airlines prüft, ob es sich bei dem vor der Insel La Réunion entdecken Flugzeug-Wrackteil um ein Teil der verschwundenen Fluges MH370 handeln könnte. "Im Moment wäre es für die Airline zu früh, über die Herkunft des Objekts zu spekulieren", teilte Malaysia Airlines mit.

Die für Lufttransporte zuständige Gendarmerie auf La Reunion eröffnete nach den Berichten ein Untersuchungsverfahren. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt. Das laut Augenzeugen mit Muscheln besetzte Wrackteil soll etwa nach Seriennummern abgesucht werden. Neben möglichen Verbindungen zu MH370 sollen auch eventuelle Spuren zu zwei Flugzeugabstürzen in den Jahren 2006 und 2009 untersucht werden.

Familien der vermissten Passagiere sind skeptisch

Verwandte von chinesischen Passagieren des vermissten Flugzeuges MH370 der Malaysia Airlines haben sich skeptisch über den Fund eines Flugzeug-Wrackteils im Indischen Ozean geäußert. Viele fürchten, es sein ein weiteres Gerücht und warten auf eine offizielle Bestätigung. "Es ist so weit weg, wo sie das Teil gefunden haben", wunderte sich Liu Dongliang, dessen Bruder an Bord der Maschine war. "Die Nachricht kommt nicht von einer offiziellen Quelle, deswegen bezweifle ich, dass es wahr ist", sagte Liu Dongliang. "Ich will meinen Bruder zurück."

Auch Chen Pu, dessen Frau in dem Flugzeug war, sagte: "Es ist wieder ein Gerücht wie so viele Gerüchte davor. Ich glaube es nicht und würde empfehlen, keine Gerüchte zu verbreiten." Die Angehörige Mei Ling sagte: "Ich habe das Verbindungsbüro angerufen. Es ist nicht bestätigt, dass es ein Wrackteil von MH370 ist." Es würde ihr auch nicht reichen. Sie wolle wissen, wo die Menschen aus dem Flugzeug seien - "nicht nur irgendwelche Teile eines Flugzeuges", sagte Mei Ling.

Die Boeing 777 war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Die Piloten hatten sich 40 Minuten nach dem Start zum letzten Mal beim Tower gemeldet, ohne Hinweis auf Probleme. Weniger als eine Stunde nach dem Start verschwand die Maschine vom Radar. Das Flugzeug wurde seither ohne Erfolg gesucht.

Satellitenauswertungen hatten ergeben, dass das Flugzeug noch rund sieben Stunden weitergeflogen war und vermutlich im Indischen Ozean knapp 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste abstürzte, nachdem der Treibstoff ausgegangen war.

Quelle: ntv.de, kst/hul/dpa/AFP