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Anwalt beklagt Polizeipanne Höxter-Paar hätte früher auffliegen müssen

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Die Polizei in Bielefeld hätte offenbar früher reagieren können.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Anwalt des Mannes aus Höxter, der mit seiner Ex-Gattin zwei Frauen zu Tode gequält haben soll, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei Bielefeld. Die Beamten hätten offenbar bereits 2012 auf das Paar aufmerksam werden müssen.

Im Fall der beiden zu Tode gequälten Frauen in Höxter hat der Anwalt des nach den Taten inhaftierten Wilfried W. schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Möglicherweise habe eine Polizeipanne dazu geführt, dass W. und seine Ex-Frau Angelika B. nicht schon 2012 aufgeflogen seien - Jahre vor dem Tod der beiden Frauen, sagte der Bielefelder Rechtsanwalt Detlev Binder dem "Westfalen-Blatt".

Dem Bericht zufolge wollte das mutmaßliche Täterpaar nach Angaben des Anwalts 2012 eine Frau aus Berlin freilassen. Vorher habe die Frau schriftlich bestätigen sollen, dass sie freiwillig bei dem Paar in Höxter gelebt habe. Das Paar habe einen Zeugen gesucht, dass diese Unterschrift freiwillig geleistet werde, und sei mit dem Opfer zu einer Polizeiwache ins niedersächsische Uslar gefahren. "Der Polizist lehnte die Bitte, das Unterschreiben des Briefes zu bezeugen, ab und schickte das Paar fort", zitierte die Zeitung den Rechtsanwalt des 46-jährigen Tatverdächtigen.

Erste Anzeichen bereits 2012

"Dabei hätten der Inhalt des Schreibens und ein Mindestmaß an polizeilichem Instinkt den Beamten dazu bringen müssen, sich die Frau, deren Unterschrift er bestätigen sollte, einmal anzusehen und sich unter vier Augen mit ihr zu unterhalten", betonte der Anwalt. "Dann wäre das Paar wahrscheinlich schon 2012 aufgeflogen."

Die im Fall Höxter ermittelnde Mordkommission der Polizei Bielefeld wollte sich zu den Vorwürfen des Anwalts nicht äußern. Eine Polizeisprecherin verwies auf Anfrage auf die laufenden Ermittlungen. "Deshalb machen wir dazu keine Angaben."

W. und B. sollen in ihrem Haus im nordrhein-westfälischen Höxter-Bosseborn zwei Frauen im Alter von 33 und 41 Jahren so schwer misshandelt haben, dass sie starben. Mindestens vier weitere Frauen sollen in dem Haus ebenfalls misshandelt worden sein und überlebt haben. Die Beschuldigten lernten ihre Opfer über Kontaktanzeigen kennen.

Quelle: ntv.de, lsc/AFP