Panorama

"America First"? Von wegen Ivanka Trump lässt wohl Arbeiter ausbeuten

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Ivanka Trump - die "First Daughter" - soll chinesischen Arbeitern nicht mal einen Dollar pro Stunde zahlen.

(Foto: imago/UPI Photo)

Mit ihrem Ratgeber "Women Who Work" zielt Ivanka Trump an der Realität moderner US-amerikanischer Frauen vorbei. Auch im Ausland schenkt sie berufstätigen Frauen kaum Beachtung. Für ihr Mode-Label lässt sie in China produzieren - und zahlt angeblich Hungerlöhne.

"America First" - der neue US-Präsident Donald Trump wird nicht müde, seine Devise für die US-amerikanische Wirtschaft zu wiederholen. Die Produktion von Konsumgütern in billige Produktionsländer zu verlagern, hält er für einen Frevel. Nun durchkreuzt ausgerechnet seine eigene Tochter diese Strategie.

Ivanka Trump soll ihre Luxus-Kleidung, Schuhe und Schmuck in chinesischen Fabriken herstellen lassen, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich dabei auf die in New York ansässige Arbeitsrechtsgruppe China Labor Watch. Demnach müssen die Angestellten mindestens 12,5 Stunden täglich an sechs Tagen pro Woche arbeiten -  für manchmal weniger als einen Dollar pro Stunde.

Die Menschenrechtler haben sich eigenen Angaben zufolge in zwei Fabriken in China umgesehen, in denen die "First Daughter" ihre Markenprodukte herstellen lässt. Genauere Angaben will die Organisation nicht machen. So ist unklar, welche Fabriken gemeint sind. Beweise für die Vorwürfe wurden nicht präsentiert.

Laut China Labor Watch sind in einer der Fabriken auch Mitarbeiter pro Stück bezahlt worden. Um das eingeplante Kontingent zu erreichen, seien sie gezwungen worden, Überstunden zu machen, heißt es weiter. Zudem würden die Mitarbeiter in der Hochsaison nur ein bis zwei Tage im Monat frei bekommen. Die Untersuchung soll zwischen Mai 2016 und April 2017 stattgefunden haben.

Die Menschenrechtler haben in der Vergangenheit bereits menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Fabriken, die für Disney und Apple produzieren, öffentlich gemacht. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung habe die Organisation in einem Brief an Ivanka Trump geschickt, heißt es in dem Bericht weiter. China Labor Watch warte noch auf eine Antwort.

Die Präsidentin des Unternehmens, Abigail Klem, teilte derweil mit, dass die Firma die Arbeitsnormen achte und es unmöglich sei, auf Vorwürfe zu reagieren, solange der Name der Fabrik nicht genannt werde. "Die Marke Ivanka Trump hat sich dazu verpflichtet, ausschließlich mit Lizenznehmern zusammenzuarbeiten, die die internationalen Arbeitsrechtsstandards einhalten und zwar über die gesamte Lieferkette hinweg", so Klem weiter.

Quelle: ntv.de, dsi