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Achtjährige nach Zwangsheirat vergewaltigt? Jemen prüft angeblichen Todesfall

Eine Achtjährige wird in ihrer Hochzeitsnacht so stark vergewaltigt, dass sie an inneren Verletzungen stirbt - so die Meldung. Jemens Regierung zweifelt an dem Hergang der Tat. Menschenrechtsaktivisten sehen sie jedoch erwiesen an und vermuten Vertuschung.

Die jemenitische Regierung hat Ermittlungen zum mutmaßlichen Tod einer zwangsverheirateten Achtjährigen in ihrer Hochzeitsnacht eingeleitet. Es sei ein Komitee gebildet worden, das die Berichte prüfen solle, sagte Regierungssprecher Radscheh Badi. "Das Verbrechen wurde noch nicht bestätigt", fügte er hinzu. Die Ermittlungen könnten demnach bereits am Wochenende abgeschlossen werden.

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Seit Jahren schon protestieren Frauen, wie hier vor dem jemenitischen Parlament 2010, für die Einführung eines Mindestalters bei Hochzeiten.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Aktivist Ahmed al-Kuraishi von der Kinderrechtsorganisation Sijadsch sagte, mehrere Aktivisten seien in die nordwestliche Provinz Hadschdsch gereist, wo die  Hochzeit stattgefunden haben soll. Sie hätten dort Beweise gesammelt, die den Fall bestätigten. "Wir bei Sijadsch sind beinahe sicher, dass das Mädchen gestorben ist und dass die Behörden versuchen, den Fall zu vertuschen." Aktivisten zufolge soll der Vater des Mädchens noch eine weitere Tochter haben, die mit ihren zehn Jahren ebenfalls schon verheiratet sein soll.

Die Menschenrechtsaktivistin Arwa Othman hatte der britischen Zeitung "The Guardian" gesagt, dass die achtjährige Rawan in der vergangenen Woche in Meedi in der Provinz Hadschdscha mit einem 40-Jährigen verheiratet worden sei. In der Hochzeitsnacht habe sie beim Geschlechtsverkehr schwere innere Verletzungen erlitten, an denen sie wenig später gestorben sei. Ein Vertreter der zuständigen Sicherheitskräfte wies gegenüber der Zeitung zurück, dass eine solche Zwangsheirat stattgefunden habe.

Ashton will Mindestalter für Hochzeiten

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton äußerte sich tief betroffen zu dem Fall. Sie sei "entsetzt" angesichts der Berichte zum Tod des Mädchens, erklärte sie und forderte die jemenitische Regierung auf, ihren internationalen Verpflichtungen gemäß der UN-Kinderrechtskonvention nachzukommen. Der Jemen müsse "umgehend ein Mindestalter für Hochzeiten festlegen", um Kindesmissbrauch zu verhindern.

Der Organisation Human Rights Watch zufolge werden im Jemen 14 Prozent der Mädchen vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Insgesamt 52 Prozent der Mädchen unter 18 Jahren leben demnach in einer Ehe.

Quelle: n-tv.de, AFP

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