Panorama

Kritik an RKI-Strategie Lauterbach schlägt "Corona-Detektive" vor

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Die Zahlen in Deutschland bleiben konstant hoch. Lauterbach vermutet dahinter vor allem Privatfeiern.

(Foto: imago/blickwinkel)

Die Verfolgung von Einzelfällen ist für Politiker Lauterbach der falsche Ansatz. Der SPD-Gesundheitsexperte will stattdessen, dass die Gesundheitsämter "Corona-Detektive" losschicken, um nach Quell-Clustern von Infizierten zu suchen.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat einen Strategiewechsel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gefordert. Statt der Nachverfolgung von Einzelkontakten müsse sich das Robert-Koch-Institut darauf konzentrieren, Superspreader-Ereignisse zu isolieren, sagte der Epidemiologe den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Dazu müssten sogenannte Quell-Cluster - etwa Hochzeitsfeiern - schnellstmöglich ausfindig gemacht werden. "80 Prozent der Neuinfektionen kommen aus Quell-Clustern", betonte Lauterbach. "Die Infizierten müssen so schnell wie möglich in Quarantäne." Um diese Aufgabe zu leisten, müssten die Gesundheitsämter "gezielt Corona-Detektive einsetzen".

Zudem sprach sich Lauterbach dafür aus, die Dauer der Quarantäne zu verkürzen. "14 Tage sind zu lang, dafür gibt es keine medizinische Rechtfertigung. Ich halte es für sinnvoll, die Quarantäne auf zehn Tage zu reduzieren - mit der Möglichkeit, dass man sich nach fünf Tagen frei testen lassen kann", sagte er den Funke-Zeitungen.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI in Deutschland 16.947 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 5514 Fälle weniger als noch am Tag zuvor mit 22.461 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Im Vergleich zum vergangenen Sonntag mit 16.017 Fällen ist die aktuell gemeldet Zahl etwas höher.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP