Panorama

Homosexuelles Paar harrt aus Leihmutter blockiert Ausreise ihres Babys

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Die beiden Männer werfen der Leihmutter vor, ihnen die nötige Unterschrift wegen ihrer sexuellen Orientierung vorzuenthalten.

(Foto: facebook/Bringcarmenhome)

Leihmutterschaften in Thailand sind beliebt - und werden scharf kritisiert. Ein erneuter Skandal scheint die Kritik zu bestätigen: Eine Leihmutter verweigert zwei Männern ihre Unterschrift und hindert sie so an der Ausreise mit dem Kind.

Erneut hat eine Leihmutterschaft in Thailand für Aufsehen gesorgt. Ein homosexuelles US-spanisches Männerpaar kündigte in einem emotionalen TV-Interview an, das Land nicht ohne die neugeborene Tochter zu verlassen. Die Leihmutter, die ihnen das Baby nach der Geburt aushändigte, verweigert demnach ihre Unterschrift auf die für die Ausreise erforderlichen Dokumente. Die Männer werfen ihr vor, sie habe etwas gegen ihre sexuelle Orientierung.

"Sie ist unsere Tochter, wir werden hier bleiben, so lange es nötig ist", sagte US-Bürger Gordon Lake, der mit seinem spanischen Ehemann Manuel Valero in Valencia lebt, dem Sender Channel 3. In Thailand suchte sich das Paar eine Leihmutter. Mit den Tränen kämpfend beteuerte Lake, dass sie die Angelegenheit "friedlich" lösen wollten. Die nur unter ihrem Familienspitznamen Oy bekannte Leihmutter solle weiter am Leben der kleinen Carmen beteiligt werden. "Wir wollen uns zusammensetzen und herausfinden, wie wir die Sache lösen", sagte Lake.

Leihmutter hat Bedenken

Doch bislang blieb Oy bei ihrer Weigerung. Mit der Homosexualität der beiden Kunden habe das alles nichts zu tun, sagte die Frau dem Sender. Sie habe aber Angst um die "Zukunft" des Kindes und, dass es "Menschenhändlern in die Hände fallen könnte". Allerdings führte sie ihre Bedenken nicht näher aus.

Dreimal hätten sie ein Treffen vereinbart, dreimal habe Oy in letzter Minute abgesagt, beklagte sich Lake. "Wir wollen nur mit ihr reden." Die Leihmutter solle wissen, dass das Baby in guten Händen sei und "in einer guten Familie" leben werde.

Skandalfall "Gammy"

Leihmutterschaft war bislang in Thailand ein florierendes Geschäft. Zuletzt hatten allerdings mehrere Skandale dafür gesorgt, dass im Februar die Gesetze verschärft wurden. Ausländern ist es künftig verwehrt, thailändische Leihmütter in Anspruch zu nehmen. Zu dem Zeitpunkt war Oy jedoch bereits schwanger.

Einer der schlagzeilenträchtigen Leihmutter-Skandale war der Fall "Gammy". Er hatte international für Empörung gesorgt, als im vergangenen August bekannt wurde, dass ein australisches Paar das Baby mit Down-Syndrom und einem Herzfehler bei seiner thailändischen Leihmutter gelassen und nur dessen Zwillingsschwester mitgenommen hatte. In einem anderen Fall entdeckten die Behörden in einer Wohnung in Bangkok neun Babys, die alle von einem Japaner abstammten, der sich thailändischer Leihmütter bedient hatte.

Quelle: ntv.de, lda/AFP