Panorama

Von Samoa bis Hawaii Millionen feiern das neue Jahr

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In New York wird schon aufgeräumt.

(Foto: AP)

Kurz vor 23.00 Uhr ist die Partymeile in Berlin dicht: Mehr als eine Million Menschen feiern hier 2012. Wenig im Vergleich zur Copacabana. Dort tanzten zwei Millionen ins neue Jahr. In New York setzt Lady Gaga die Kristallkugel in Bewegung, eine Million Menschen singen dazu "New York, New York".

Mit spektakulären Feuerwerken und Riesenpartys ist weltweit das neue Jahr 2012 begrüßt worden. In Berlin feierten mehr als eine Million Berliner und Gäste aus aller Welt auf der Partymeile am Brandenburger Tor. Lange vor den Europäern begrüßten die Menschen im Pazifik, Australien und Asien den Beginn des neuen Jahres.

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Feuerwerk über Berlin.

(Foto: dpa)

Die Veranstalter der Silvesterparty in Berlin teilten mit, die Besucherzahl habe die des Vorjahres noch übertroffen. Kurz vor 23.00 Uhr meldete die Polizei: "Es kommt keiner mehr auf die Festmeile." Mehrmals mussten die Beamten zwar Betrunkene auseinanderhalten. Zu Verhaftungen oder schlimmeren Zwischenfällen kam es den Angaben zufolge aber nicht.

Feuerwehr und Polizei kamen zwar die ganze Nacht hindurch kaum zum Durchatmen, mussten aber nur selten zu größeren Einsätzen ausrücken. Zum größten Teil ging der Start ins neue Jahr in der Hauptstadt friedlich über die Bühne. Es gab allerdings deutlich mehr Brände als im Vorjahr.

Um Mitternacht wurde der Berliner Himmel wie jedes Jahr mit tausenden Feuerwerkskörpern erhellt - dazu sangen die Scorpions auf einer großen Bühne vor dem Brandenburger Tor "Rock You Like a Hurricane". Weitere Auftritte gab es von Stars und Bands wie Udo Jürgens, Kim Wilde, The BossHoss, Marianne Rosenberg, der Hermes House Band und DJ Ötzi.

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Neujahrskuss in Paris.

(Foto: dpa)

In Paris versammelten sich 360.000 Menschen auf den Champs-Elysées und rund um den Eiffelturm. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 60.000 Sicherheitskräften und Sanitätern im Einsatz, Zwischenfälle wurden aber auch hier vorerst nicht bekannt.

In London bestaunten rund 250.000 Menschen ein Feuerwerk in Form und Farben der Ringe der Olympischen Spiele, die in diesem Jahr in der britischen Hauptstadt ausgerichtet werden.

In Amsterdam beobachteten die Feiernden, wie sich zwei riesige aufblasbare Figuren, die einen holländischen Jungen und ein holländisches Mädchen darstellen sollten, langsam aufeinander zu marschierten, um sich um Punkt zwölf zu küssen.

In Moskau auf dem Roten Platz begrüßten zahlreiche Menschen das neue Jahr, während die Raketen minutenlang im Himmel explodierten. Bei Razzien wurden Hunderte von illegalen Einwanderern aus Zentralasien festgenommen, die in die Innenstadt gekommen waren, um das neue Jahr zu feiern.

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Gedenken in Kairo.

(Foto: REUTERS)

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo versammelten sich Tausende Ägypter auf dem Tahrir-Platz, um das Jahr der Revolte ausklingen zu lassen. "Wir sind hier, um das neue Jahr gemeinsam zu begrüßen, Christen und Muslime", sagte eine Frau, die eine ägyptische Fahne hochhielt. Zum Gedenken an die mehr als 800 Menschen, die bei der Niederschlagung der Proteste im vergangenen Jahr auf dem Tahrir-Platz getötet worden waren, fand ein großes Konzert statt.

Viele Stunden zuvor hatten bereits Millionen Menschen im Pazifikraum, Australien und Asien den Jahreswechsel gefeiert. In der australischen Metropole Sydney wurde Schlag Mitternacht ein farbenfrohes, riesiges Feuerwerk über dem Hafen gezündet. Mehr als 1,5 Millionen Menschen bestaunten das zwölf Minuten dauernde Spektakel und wünschten sich alles Gute für 2012.

Als erstes wurde das neue Jahr auf Inseln im Pazifik gefeiert. Erstmals war der Inselstaat Samoa unter den Vorreitern, die das neue Jahr begrüßten. Das Land hat gerade die Zeitzone gewechselt, um mit seinen Wirtschaftspartnern in der Region besser Handel treiben zu können. Dazu fiel in dem Inselstaat einmalig der 30. Dezember aus.

Den Neuseeländern verdarb derweil heftiger Regen in weiten Teilen des Landes das Feiern. Mehrere Flüsse traten über die Ufer, bei einem Open-Air-Konzert auf der Halbinsel Coromandel östlich von Auckland gab es einige Verletzte. "Viele Menschen waren so stark mit Schlamm bedeckt, dass es schwierig war, sofort herauszufinden, was mit ihnen nicht in Ordnung war", sagte die Direktorin des Thames Krankenhauses. Die Klinik entschied daher, die Verletzten mit einem Feuerlösch-Schlauch abzuspritzen, bevor sie behandelt wurden. Die Ärzte mussten sich unter anderem um gebrochene Knöchel, Arme und Schultern kümmern.

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Reinigungszeremonie am Neujahrsmorgen in Japan.

(Foto: dpa)

In Japan feierten die Menschen mit Glockenschlägen nach einem Jahr furchtbarer Natur- und Atomkatastrophen den Beginn des "Jahres des Drachen". Millionen Besucher strömten in der Neujahrsnacht in die Tempel und Schreine des Inselreiches, um die Götter um Segen und bessere Zeiten zu bitten. Um Mitternacht erklangen im ganzen Land kilometerweit hörbar 108 Mal die Glocken der Heiligtümer. Sie sollen die 108 Begierden des Menschen oder die 108 Übel des alten Jahres vertreiben. Überschattet wurde das ausgehende Jahr von einem schweren Erdbeben in Tokio am frühen Nachmittag des Neujahrstages.

Die Stadt Peking begrüßte das neue Jahr mit einem Countdown am Himmelstempel. Die letzten Sekunden des Jahres 2011 wurden zum Abschluss einer Lasershow auf das 600 Jahre alte Wahrzeichen der chinesischen Hauptstadt projiziert. Die Pekinger Bürger waren allerdings nicht eingeladen, weil die kommunistischen Führung Chinas jede Ansammlung von Volksmassen als unkalkulierbares Sicherheitsrisiko fürchtete. Nur wenige VIP-Gäste durften bei Temperaturen knapp unter Null Grad Celsius live dabei sein.

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Raketen an der Copacabana.

(Foto: AP)

Am Copacabana-Strand in Rio de Janeiro begrüßten bis zu zwei Millionen Menschen mit Samba-Musik und Feuerwerk das neue Jahr. Trotz Regens feierten die Menschen ausgelassen am Strand vor einer spektakulären Kulisse. Von elf in der Atlantikbucht vor Rio schwimmenden Pontons aus wurden tausende Raketen in den Himmel geschossen. In der Bucht lagen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe mit Festbeleuchtung. In der größten brasilianischen Stadt São Paulo feierten die Menschen auf dem abgesperrten Prachtboulevard Avenida Paulista. Auch dort hatten die Veranstalter mit etwa zwei Millionen Menschen gerechnet. In Rio und São Paulo wechselte das Jahr um 03.00 Uhr deutscher Zeit, aber die Brasilianer konnten gleich dreimal Silvester feiern: Das fünftgrößte Land der Erde hat drei Zeitzonen.

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Lady Gaga küsst die Kristallkugel.

(Foto: REUTERS)

Sechs Stunden nach Deutschland rutschte New York ins neue Jahr. Unter dem Jubel von rund einer Million Menschen senkte sich die berühmte Kristallkugel, von Lady Gaga per Knopfdruck in Bewegung gesetzt, um Mitternacht über dem Times Square. Während eine dichte Konfettiwolke auf die Zuschauermenge regnete, stimmten Hunderttausende am Broadway und in den umliegenden Straßenschluchten den Sinatra-Song "New York, New York" an. Zuvor hatten unter anderem Carlos Santana und Justin Bieber ein Konzert gegeben - zusammen.

Als letzte gehen Alaska und Hawaii um 11.00 deutscher Zeit ins neue Jahr. Dann schlafen viele Europäer vermutlich noch ihren Rausch aus.

Quelle: n-tv.de, hvo/AFP/dpa

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