Panorama

Neubau soll nun starten Reste von Genua-Unglücksbrücke gesprengt

Rund zehn Monate nach dem verheerenden Brückeneinsturz von Genua werden die letzten großen Pfeiler gesprengt. Es ist gleichzeitig auch ein Neubeginn. Denn nach der Tragödie mit 43 Toten will die Stadt die wichtige Verkehrsader wiederherstellen.

Die letzten Überreste der eingestürzten Morandi-Brücke in Genua sind nach einer kontrollierten Sprengung in Sekundenschnelle in sich zusammengebrochen. Es sind die Stahl- und Beton-Reste der Brücke, deren Einsturz Dutzende Menschen im August 2018 das Leben kostete.

Zuschauer verfolgten das Geschehen mit großem Erstaunen und applaudierten nach der erfolgreichen Aktion lange. Für die groß angelegte Sprengung mussten rund 3000 Bewohner aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen. 400 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Mit dem Abriss wurde bereits im Februar begonnen.

Mit der Sprengung der letzten übriggebliebenen Brücken-Überreste wird gleichzeitig der offizielle Neubau in Gang gesetzt. Schließlich war die frühere Morandi-Brücke eine wichtige Verkehrsschlagader für die Italiener und soll deshalb wiederhergestellt werden. Ein berühmter Sohn der Stadt hat seine Hilfe angeboten: Stararchitekt Renzo Piano spendete seinen Entwurf des neuen Bauwerks und wollte damit auch ein Zeichen setzen.

Der Zeitplan ist ziemlich ambitioniert: Nach Angaben des italienischen Verkehrsministers soll die neue Brücke bereits im Frühjahr 2020 eingeweiht werden. Piano möchte, dass sie "1000 Jahre hält und sicher ist", wie er einer italienischen Zeitung sagte.

Bei dem Unglück am 14. August 2018 wurden viele Autos während der Fahrt auf der Brücke mit ihren Insassen in die Tiefe gerissen. Über die Ponte Morandi führte die Autobahn A10. Die italienische Justiz ermittelt immer noch gegen viele Beschuldigte und gegen die Betreiberfirma Autostrade per I'Italia.

Quelle: n-tv.de, sgu

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