Panorama

Keine zwei Seiten von Hass Schwarzenegger gibt Trump Nazi-Nachhilfe

1.JPG

"War das so schwierig?", fragt Schwarzenegger an einen Trump-Wackelkopf gerichtet. "Ich hab's dir doch gesagt."

Donald Trumps Relativierungen der Gewalt in Charlottesville hat auch viele Republikaner sprachlos gemacht. Einer von ihnen hat seine Sprache nun wiedergefunden. Mit einer klaren Videobotschaft wendet sich Arnold Schwarzenegger an den US-Präsidenten.

Arnold Schwarzenegger und Donald Trump sind keine Freunde und werden es wohl auch so schnell nicht werden. Schon häufiger stichelten die beiden politischen Quereinsteiger gegeneinander. Zuletzt gab Schwarzenegger Trump den Tipp, sich ernsthafter zu informieren und mehr zu lesen.

Nun knöpft sich der Ex-Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien den US-Präsidenten erneut vor. Anlass ist dessen Haltung zu den Neonazi-Aufmärschen in Charlottesville: Trump hatte diese zunächst verurteilt, ruderte jedoch rasch zurück und gab dann zu Protokoll, dass es unter den Neonazis auch Nicht-Nazis gab und dass manche ihrer Anliegen berechtigt seien.

"Es gibt keine zwei Seiten von Fanatismus, keine zwei Seiten von Hass", betont Schwarzenegger nun in einer klaren Videobotschaft. "Wenn du mit einer Flagge marschierst, die das Abschlachten von Millionen Menschen symbolisiert, gibt es keine zwei Seiten." Die einzige Möglichkeit, hasserfüllten Stimmen zu begegnen, sei mit lauteren - und vernünftigen - Gegenstimmen, so Schwarzenegger weiter und wendet sich dann direkt an Trump: "Das schließt Sie mit ein, Präsident Trump." "Als Präsident dieses großartigen Landes hast du die moralische Verantwortung, eine eindeutige Botschaft zu senden, dass du nicht für Hass und Rassismus stehst", so Schwarzenegger.

"Eure Helden sind Loser!

Danach bietet er Trump "Nachhilfe" beim Schreiben seiner nächsten Rede an. Schwarzeneggers Statement lautet: "Als Präsident der Vereinigten Staaten und als Republikaner lehne ich die Unterstützung von 'White Supremacists' ab. Das Land, das Hitlers Armeen besiegt hat, ist kein Ort für Nazi-Flaggen. Die Partei von Lincoln wird nicht jene Menschen unterstützen, die Kampfflaggen der gescheiterten Konföderation getragen haben."

Nicht nur Trump bekommt sein Fett weg. Auch den Neonazis hat der Ex-Schauspieler etwas zu sagen: "Eure Helden sind Loser! Ihr kämpft auf verlorenem Posten. Glaubt mir, ich kannte die echten Nazis. Ich wurde 1947 in Österreich geboren, zwei Jahre nach Kriegsende. (...) Ich wuchs mit Männern auf, die gezeichnet waren von Granatsplittern und Schuld." (...) "Die Geister, die Neonazis heute heraufbeschwören würden, hätten den Rest ihres Leben in Schande verbracht. Und jetzt ruhen sie in der Hölle", so Schwarzenegger.

Doch niemand werde mit Ansichten voller Hass geboren, betont Schwarzenegger. Aber es sei nie zu spät zu lernen, "dass jeder Mensch gleich viel wert ist".

Quelle: ntv.de, dsi

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.