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Die Karte zeigt die betroffene Region.
Die Karte zeigt die betroffene Region.(Foto: n-tv.de / stepmap.de)
Mittwoch, 26. Oktober 2016

Heftige Nachbeben: Starke Erdbeben erschüttern Mittelitalien

Schon wieder trifft es Mittelitalien. Schwere Erdstöße erschüttern die Region, sogar in Rom sind sie zu spüren. Noch ist unklar, wie groß die Schäden sind. Kurze Zeit später bebt die Erde erneut. Dieses Mal noch stärker als beim ersten Mal.

Zwei Monate nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien ist die Region erneut erschüttert worden. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie hatte das Beben eine Stärke von 5,4, das Epizentrum lag demnach bei Macerata in der Region Marken. Laut der Nachrichtenagentur Ansa ereignete sich das Beben um 19.11 Uhr nahe dem kleinen Dorf Castelsantangelo sul Nera. Das Beben war auch in Florenz und Neapel zu spüren sowie in der mehr als 120 Kilometer entfernten Hauptstadt Rom. Zwei Stunden später bebte die Erde erneut. Dieses Mal habe das Epizentrum 68 Kilometer östlich der Stadt Perugia gelegen, teilten US-Geologen mit. Demnach hatte das Beben eine Stärke von 6,4.

Das genaue Ausmaß des Erdbebens in Mittelitalien ist noch unklar. Bislang ist von zwei Verletzten die Rede. "Im Moment gibt es zwei Verletzte in Visso", teilte der italienische Zivilschutz mit. Der Bürgermeister der im August so schwer getroffenen Gemeinde Amatrice berichtete von Schäden. "Es gab Einstürze, aber nur von Gebäuden, die schon beschädigt waren", sagte Sergio Pirozzi. "Natürlich weckt das wieder die Angst."

Nach Angaben von n-tv Korrespondent Udo Gümpel ist in betroffenen Orten der Strom ausgefallen. Erste Aufnahmen von Handys zeigten Trümmer und eine zusammengebrochene Kirche. Auch in den nächsten Tagen müsse die Region mit weiteren Beben rechnen.

Immer wieder Beben in Italien

Erst Ende August war die Region von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden. Nach offiziellen Angaben kamen damals 298 Menschen ums Leben, die meisten in dem Ort Amatrice. Auch ein Schulgebäude in Amatrice, das angeblich erdbebensicher renoviert worden war, stürzte ein. Die italienische Regierung schätzte die Erdbebenschäden zuletzt auf rund vier Milliarden Euro. Die Staatsanwaltschaft leitete nach dem Beben Ermittlungen ein. Untersucht werden soll unter anderem, wer für den Bau, Wiederaufbau oder die Erdbebensicherung der Wohngebäude zuständig war.

Laut INGV besteht ein Zusammenhang zu dem schweren Beben vom 24. August, bei dem in Mittelitalien fast 300 Menschen ums Leben gekommen waren. "Die Nachbeben können lange dauern, manchmal Monate", sagte der Geologe Mario Tozzi im italienischen Fernsehen. Italien ist in Europa das Land, das am häufigsten von Erdbeben betroffen ist. Gut zwei Drittel aller Gebäude sind nicht erdbebensicher gebaut.

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Quelle: n-tv.de