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Besuch in Heinsberg verschwiegen Vater log: Klinik für schwer kranke Kinder muss schließen

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Patienten, Angehörige und Mitarbeiter mussten die Klinik in Villingen-Schwenningen räumen und sich in häusliche Quarantäne begeben. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Vater möchte sein schwer krankes Kind in einer Klinik besuchen. Auf einem Fragebogen verschweigt er allerdings eine Dienstreise in den vom Coronavirus besonders schwer betroffenen Kreis Heinsberg. Später wird er positiv getestet. Jetzt müssen Patienten und Mitarbeiter die Klinik räumen.

Eine Klinik für schwer kranke Kinder in Baden-Württemberg musste schließen, weil der Vater eines Kindes eine Reise nach Heinsberg verschwiegen hat. Die Nachsorgeklinik Tannheim in Villingen-Schwenningen kümmert sich um Familien mit an Krebs oder Mukoviszidose erkrankten Kindern oder mit Herzerkrankungen. Seit dem Beginn der Corona-Ausbreitung habe die Klinik laut "Schwarzwälder Bote" alle Eltern um schriftliche Bestätigung gebeten, dass sie sich zuvor nicht in einem der Risikogebiete aufgehalten haben. Auch der betreffende Vater verneinte dies und unterschrieb das Dokument. Jetzt stellte sich heraus, dass er sich zuvor beruflich in Heinsberg aufgehalten hatte. Zehn Tage nach seinem Aufenthalt in der Gemeinde bei Aachen sei er positiv auf das Virus getestet worden.

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"Die Patienten, die jetzt die Reha am dringendsten brauchen, sind natürlich auch die Hochrisikopatienten", erklärte Roland Wehrle, Geschäftsführer der Klinik, gegenüber dem "Schwarzwälder Boten". Wegen des zu hohen Risikos, das Coronavirus weiterzuverbreiten, wurde die Klinik jetzt geschlossen. Patienten, Angehörige und Mitarbeiter mussten das Gebäude räumen und sich in häusliche Quarantäne begeben. Weitere Infizierungen sind laut Zeitungsbericht bisher nicht bekannt.

Die Klinik soll vorerst bis zum 6. April geschlossen bleiben. Auch für die Einrichtung selbst wird das zum Problem. Laut Betreiber weigert sich die Versicherung, für den entstehenden finanziellen Schaden aufzukommen. Zwar sei man gegen einen Betriebsausfall versichert, einen Virusfall decke das aber nicht ab. Das wird zu finanziellen Engpässen führen. Als letztes Mittel hält sich die Klinik noch offen, den Vater rechtlich zu belangen.

Der Kreis Heinsberg ist von der Ausbreitung des Coronavirus besonders stark betroffen. Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es aktuell an diesem Mittwoch 811 bestätigte Infektionen, davon sind bereits 25 genesen. Zuletzt war die Rede von acht Menschen, die durch das Coronavirus im Kreis Heinsberg gestorben sind.

Quelle: ntv.de, ibu