Politik

Großrazzia wegen Schwarzarbeit 1200 Beamte in Frankfurt im Einsatz

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Fahnder von Zoll und Steuerfahndung durchsuchen auf dem Gelände eines Privathauses in Rüsselsheim die Garage eines Mannes, der von einem Spezialeinsatzkommando festgesetzt worden war.

(Foto: dpa)

Sie kamen im Morgengrauen: Hunderte Beamte von Zoll und Polizei durchsuchten Firmen in mehreren Bundesländern. Es geht um Schwarzarbeit im großen Stil.

Im Kampf gegen Schwarzarbeit und Organisierte Kriminalität sind Ermittler mit einer Großrazzia vor allem am Frankfurter Flughafen gegen Unternehmen vorgegangen, die Schäden in Millionenhöhe verursacht haben sollen. Rund 1200 Beamte von Zoll und Polizei durchsuchten bundesweit insgesamt 170 Objekte, wie das Hauptzollamt in Frankfurt am Main mitteilte. Sechs Hauptbeschuldigte der mutmaßlichen kriminellen Vereinigung wurden demnach verhaftet.

Die mutmaßlichen Täter sollen den Angaben zufolge für einen Steuer- und Sozialversicherungsbeitragsschaden von mindestens 17,6 Millionen Euro verantwortlich sein. Sechs Männer im Alter von 27 bis 54 Jahren wurden demnach durch Spezialeinsatzkommandos (SEK) verhaftet. Den insgesamt 29 Beschuldigten wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Die Razzia, die vor allem im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt vorgenommen wurde, betraf zum Großteil Deutschlands größten Flughafen in Frankfurt am Main und dessen Umgebung. Es wurden unter anderem mehrere Großhallen im Frachtbereich zur Überprüfung abgesperrt. Durchsuchungen gab es in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Nichtentrichtung von Beiträgen zur Sozialversicherung

Die Beschuldigten sollen ein Firmen-Netzwerk aufgebaut haben, mit dem schwerpunktmäßig am Flughafen Frankfurt jahrelang Dienstleistungen in den Bereichen Gepäckabwicklung und Fracht für große Generalunternehmer erbracht worden sein sollen. Den Generalunternehmern und dem Flughafen-Betreiber Fraport soll eine ordnungsgemäße Beschäftigung der Arbeitnehmer vorgetäuscht worden sein.

Beschäftigte sollen den Ermittlungen zufolge aber gar nicht oder nicht vorschriftsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet worden sein. Die Bezahlung sei in dem Firmengeflecht durch Scheinrechnungen erfolgt. Die Firmen hätten sich untereinander Rechnungen gestellt, ohne dass diesen eine Leistung gegenüber gestanden hätte.

Durch die Nichtentrichtung von Beiträgen zur Sozialversicherung soll ein Schaden von mindestens 8,2 Millionen Euro entstanden sein. Zudem sollen die mutmaßlichen Täter Lohn- und Umsatzsteuern in Höhe von mindestens 9,4 Millionen hinterzogen haben. Der Flughafenbetreiber Fraport versicherte laut Zoll, eng mit den Behörden zu kooperieren und diese bei den Ermittlungen auf dem Flughafengelände zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP

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