Politik

Liveticker zum Anschlag in Ansbach +++ 15:46 Herrmann: "Sicherheit absolute Priorität einräumen" +++

Zum Abschluss redet noch einmal Landesinnenminister Herrmann. Deutschland sei nicht unbegrenzt integrationsfähig, sagt der CSU-Politiker. Daher müssten auch Rechtsfragen diskutiert werden: Was muss im Ausländerrecht verändert werden, wie müssen Asylverfahren in Zukunft laufen, wann können wir jemanden zum Verlassen unseres Landes veranlassen, insbesondere wenn er sich strafbar gemacht hat. "Wir müssen dem Thema Sicherheit absolute Priorität einräumen", sagte Herrmann. Zu seiner Forderung nach einem Bundeswehr-Einsatz bei besonderen Terrorlagen sagte er, diese Frage müsse in den nächsten Tagen behandelt werden. Für solche Situationen "müssen wir gerüstet sein". Es gehe nun darum, nicht erst dann darüber nachzudenken, wenn der nächste Anschlag stattgefunden habe. Die Ausrüstung der Polizei müsse die terroristische Bedrohung stärker berücksichtigen. Jeder Streifenbeamte müsse einen guten Schutz dabei haben, darunter eine Schutzweste und einen ballistischen Helm. Nötig seien auch genügend gepanzerte Fahrzeuge. In extremen Terrorlagen ist laut Herrmann auch der Einsatz der Bundeswehr im Inneren möglich. Das beruhe auf Amtshilfe und habe nichts mit Notstandsgesetzen zu tun. Dann endet die Pressekonferenz.

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(Foto: dpa)

+++ 15:42 Täter hatte Rolle von 50-Euro-Scheinen bei sich +++
Polizei-Vizepräsident Roman Fertinger hat nun wieder das Wort. Die Ermittler prüften, ob der Täter vor der Tat telefoniert hat. Zu klären sei auch, ob vor der Explosion zwischen 21.45 und 22.10 Uhr eine Handyverbindung bestand. Der Sprengkörper sei offensichtlich mit scharfkantigen Metallteilen gefüllt gewesen. Durch die Explosion hätte eine Vielzahl von Menschen verletzt oder getötet werden können. Ein zunächst festgenommener Dolmetscher sei nicht mehr in Gewahrsam. Dieser habe gesagt, er habe nur Kontakt zum Dolmetschen gehabt. Der 27 Jahre alte Syrer habe einiges an Bargeld bei sich gehabt. Es habe sich dabei um eine Rolle von 50-Euro-Scheinen gehandelt.

+++ 15:39 Herrmann: Täter bezog sich auf IS-Anführer Al-Baghdadi +++
Und nun spricht wieder Bayerns Innenminister Herrmann. Auf einem Handy gebe es eine Anschlagsdrohung des Täters selbst als Video, sagte er. Der Täter kündige einen Racheakt gegen Deutsche an als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten. In einer ersten Übersetzung des arabischen Textes heiße es, der Täter handle im Namen Allahs. Bei dem Anschlag handelt es sich um einen Terroranschlag mit islamistischer Überzeugung des Täters. Der Mann beziehe sich auf Abu Bakr al-Baghdadi, den Anführer der Terrormiliz IS.

+++ 15:37 Oberstaatsanwalt: Versuchter Mord in 15 Fällen +++
Der Täter sei an inneren Verletzungen gestorben, sagte Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger. Die Explosion habe die Hauptschlagader, Lunge und Leber zerrissen. Dies habe zum sofortigen Tod geführt. Bei den Ermittlungen gehe es nun vorrangig darum, die Motivlage aufzuklären, sagte er. Dabei müssten auch mögliche Verbindungen zu Hintermännern geklärt werden. "Hier sind wir erst am Anfang." Der Sprengstoffanschlag war nach Angaben von Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger ein versuchter Mord in 15 Fällen sowie eine schwere staatsgefährdende Straftat.

+++ 15:32 Sechs Facebook-Accounts, aber kein Bekennerschreiben +++
Gemeinsam mit Bayerns Innenminister Herrmann gibt auch der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Roman Fertinger, Details zu dem Anschlag in Ansbach bekannt. Bislang seien keine Verbindungen zu terroristischen Gruppierungen festgestellt worden, sagt er. Auch sei bislang kein Bekennerschreiben gefunden worden. Der Täter habe sechs Facebook-Accounts betrieben, vier seien schon vom Netz genommen worden. Mindestens ein Account sei mit falschen Personalien betrieben worden. Auf Handys seien die WhatsApp-Verläufe gesichert worden. Diese würden ebenso ausgewertet wie die Funkzellen, in denen sich die Handys befunden hatten. Die Asylunterkunft des Täters wurde nach Polizeiangaben kurzzeitig evakuiert. Dort fanden die Ermittler einen Benzinkanister mit Diesel sowie Salzsäure, Alkoholreiniger, Lötkolben, Drähte, Batterien und Kieselsteine, außerdem einen Laptop mit gewaltverherrlichenden Bildern, die in Verbindung zum IS stehen

+++ 15:29 Ermittler finden islamistische Gewaltvideos auf Laptop +++
Innenminister de Maizière hat seine Pressekonferenz beendet. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gibt zeitgleich ein Statement in Nürnberg ab. Das hat er bisher gesagt: Herrmann zufolge war die Bombe ganz offensichtlich so konstruiert, dass sie nicht nur zum Selbstmord des Täters selbst geeignet war. In der Unterkunft des Täters seien zwei Handys gefunden worden mit mehreren weiteren Sim-Karten sowie ein Laptop. Eine erste Auswertung habe Hinweise darauf gegeben, dass Gewaltvideos mit islamistischer Ausrichtung und salafistischem Inhalt dabei seien. Das Allermeiste sei auf Arabisch. Die Umstände der Tat deuteten in der Summe "schon sehr" darauf hin, dass das Geschehen einen islamistischen Hintergrund haben könnte, sagte Herrmann. Bislang gebe es aber noch keinen Beleg für einen unmittelbaren Bezug zu islamistischen Organisationen. Bei der Durchsuchung der Asylunterkunft sei eine Fülle weiterer Materialien gefunden worden, die zum Bau weiterer Bomben geeignet gewesen wären, darunter Lötkolben und Batterien, sagte Herrmann.

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(Foto: dpa)

+++ 15:24 De Maizière rät zu Achtsamkeit und Besonnenheit +++
Bundesinnenminister De Maizière sagt bei seinem Auftritt: "Jeder dieser Fälle ist einer zu viel." Er habe Verständnis dafür, dass viele Menschen beunruhigt seien. Die Sicherheitsbehörden seien gut aufgestellt. "Wir tun alles dafür, dass sich solche Ereignisse nicht wiederholen." Absolute Sicherheit gebe es jedoch nicht. Die Menschen in Deutschland müssten ihr Verhalten nun nicht vollständig ändern. Er rät jedoch zur Achtsamkeit und zu selbstbeherrschtem Handeln. "Besonnenheit ist in der aktuellem Stimmung die wichtige Tugend", so de Maizière. Bei dem Bombenanschlag sei weder ein Bezug zum internationalen IS-Terror noch eine psychische Störung des Täters auszuschließen. Es könne auch eine Kombination aus beiden sein. Er gibt auch bekannt, dass er verstärkte Streifen der Bundespolizei an Flughäfen und Bahnhöfen angeordnet hat.

+++ 15:15 De Maizière nennt Details über mutmaßlichen Ansbach-Täter +++
Die Pressekonferenz mit Thomas de Maizière hat jetzt begonnen. n-tv.de überträgt live. Der Bundesinnenminister spricht allen Angehörigen und Verletzten sein Mitgefühl aus. Über den mutmaßlichen Täter sagt er: Der Syrer habe 2014 seinen Asylantrag gestellt. Daraufhin habe sich jedoch herausgestellt, dass ihm zuvor schon in Bulgarien "subsidiärer Schutz zuerkannt" worden war. Der Antrag in Deutschland sei am 2. Dezember 2014 abgelehnt und die Abschiebung angeordnet worden. Daraufhin habe der Flüchtling jedoch medizinische Atteste vorgelegt, die seine psychische Labilität bescheinigt hätten. Dadurch sei die Abschiebeandrohung vorübergehend aufgehoben worden. Am 13. Juli sei sie jedoch wieder aufgenommen worden. Es habe eine Ausreiseaufforderung und eine erneute Abschiebeandrohung gegeben. Der mutmaßliche Täter habe zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Außerdem sei er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht gewesen.

+++ 15:02 Beginn der Pressekonferenzen verzögert sich +++
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann will in Nürnberg vor die Presse treten, Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Berlin. Aber der Beginn der Statements zu dem Anschlag in Ansbach verzögert sich um einige Minuten.

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(Foto: dpa)

+++ 14:53 Scharfe Sicherheitsvorkehrungen in Bayreuth +++
Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen wird auf dem Grünen Hügel in Bayreuth die Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele erwartet. Polizeikräfte patrouillieren am Festspielhaus, das mit Absperrungen gesichert ist. Nach dem Amoklauf von München und der jüngsten Bluttat in Ansbach startet das weltberühmte Festival heute um 16 Uhr ohne roten Teppich. Auch der Staatsempfang wurde abgesagt. Zur Eröffnung wird Richard Wagners letzte Oper "Parsifal" in einer Neuinszenierung von Uwe Eric Laufenberg gezeigt.

+++ 14:32 Nowitzki: "Das macht einen nachdenklich" +++
Auch Basketball-Superstar Dirk Nowitzki meldet sich nach den jüngsten Anschlägen in der Nähe seiner Heimat zu Wort: "Es ist eine verrückte Welt, in der wir leben. Du bist enttäuscht, du bist sprachlos, was nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt passiert, wie viele unschuldige Leben da vergeudet werden", sagte der 38 Jahre alte Würzburger der Deutschen Presse-Agentur. "Das macht einen nachdenklich: Will man seine Kinder in so einer Welt großziehen?", sagte Nowitzki. "Das ist nun einmal aber so, du triffst hier und da ein paar Vorsichtsmaßnahmen, aber du kannst dich nicht zu Hause einschließen. Du musst ins Einkaufszentrum gehen, du musst mit dem Zug fahren. Aber du musst ein bisschen aufpassen."

+++ 14:21 Psychologe: Zeitliche Nähe von Anschlägen kein Zufall +++
Die zeitliche Nähe der Gewalttaten in Würzburg, München und Ansbach ist nach Einschätzung des Psychologen Jens Hoffmann für einen psychologischen Experten kein Zufall. "Leute in einer psychischen Krise, die schon länger über eine solche Tat nachdenken, sehen den großen Effekt und sagen sich: jetzt mache ich das auch", sagte Jens Hoffmann vom Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur. "Diese Dynamik der individuellen Radikalisierung hat eine neue Qualität." Schließlich sei nach bisherigen Erkenntnissen keiner der Täter in professionelle terroristische Netzwerke oder Ähnliches eingebunden gewesen. Auch wenn der Amoklauf in München nicht politisch motiviert war und die Hintergründe bei den Ereignissen in Ansbach noch unklar sind, gebe es Parallelen. "In beiden Fällen waren es psychisch labile Täter, die sich in einer persönlichen Krise befanden", sagte Hoffmann.

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(Foto: dpa)

+++ 14:14 Oberbürgermeisterin: "Geordnete Räumung" +++
Die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel äußert sich gerade in einer Pressekonferenz über die Geschehnisse am Sonntagabend. "Als es zur Explosion kam, ist eine geordnete Räumung des Musikfestivals durchgeführt worden", so die Politikerin. Bei der Veranstaltung, die abgebrochen wurde, waren 2000 Menschen zu Gast. Seidel lobte die Einsatzkräfte für ihre Arbeit. Vor Ort seien 150 Einsatz- und 250 Rettungskräfte gewesen. Die Eingangs- und Taschenkontrolle sei nach dem Amoklauf verschärft worden. Das Sicherheitskonzept des Festivals soll dennoch noch einmal überprüft werden. Auch Seidel nennt die neue Zahl der Verletzten, die Rede ist inzwischen von 15 Personen, vier von ihnen sind schwerverletzt.

+++ 14:06 Musiker Meyle: "Glauben an das Gute nicht verlieren" +++
Der Sänger Gregor Meyle spielte am Sonntagabend beim Ansbacher Musikfestival. Nach der Bombenexplosion musste er seinen Auftritt unterbrechen. Nun hat er sich bei Facebook zu Wort gemeldet. Meyle schreibt: "Bitte verliert nicht den Glauben an das Gute und lasst Euch niemals davon abhalten, Euer Leben selbstbestimmt zu leben." Er bedankte sich für das besonnene Verhalten des Veranstalters, der Polizei, der Zuschauer und "ganz besonders des Security Mitarbeiters", der dem Täter den Zutritt zum Gelände verweigert habe. Der ganzen Band gehe es den Umständen entsprechend gut.

+++ 13:58 Attentäter erhielt zwei Ausweisungsbeschlüsse +++
Der mutmaßliche Bombenattentäter von Ansbach erhielt zwei Ausweisungsbeschlüsse, den letzten am 13. Juli. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Zuvor war bereit bekannt geworden, dass der 27-jährige Flüchtling nach Bulgarien abgeschoben werden sollte.

+++ 13:50 Bamberger Bischof: "Nicht von Ängsten beherrschen lassen" +++
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zeigt sich nach der Bombenexplosion in Ansbach betroffen. "Ich bin mit Gebet und Gedanken bei den Verletzten und danke allen Einsatzkräften vor Ort", sagte er. Die Menschen sollten sich nun aber nicht von Angst beherrschen lassen. "Wenn Ängste unser Leben und unser Handeln bestimmen, wird unsere Gesellschaft noch unsicherer und der Terror hat gewonnen", betonte Schick. Außerdem forderte er, die psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen zu verbessern.

*Datenschutz

+++ 13:37 Polizei richtet Upload-Portal ein +++
Die bayerische Polizei hat inzwischen eine Upload-Seite eingerichtet. Auf https://medienupload-portal03.polizei.bayern.de können nun Foto-, Video- und Audioaufnahmen vom Brandanschlag in Ansbach hochgeladen werden. Die Mailadresse, an die bisher Material geschickt worden konnte, wurde deaktiviert und soll nicht mehr benutzt werden.

+++ 13:30 Verletzte aus Krankenhaus entlassen +++
Drei Opfer des Bombenanschlags von Ansbach sind aus dem Krankenhaus entlassen worden, vier weitere befinden sich noch immer dort, das berichtet der Bayerische Rundfunk. Nach neuen Angaben der Polizei sind insgesamt 15 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Demnach schwebt aber keiner der Verletzten in Lebensgefahr.

+++ 13:19 BKA: steigende Zahl von Flüchtlingen unter Terrorverdacht +++
Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland, die unter Terrorverdacht stehen und gegen die ermittelt wird, ist zuletzt angestiegen. Derzeit liegen den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder 410 Hinweise auf mögliche Extremisten unter den Hilfesuchenden vor, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf das Bundeskriminalamt berichtete. Mitte Mai hatte es demnach noch 369 Hinweise gegeben. In 60 Fällen leiteten die Behörden demnach Ermittlungsverfahren ein. "Aktuell liegen uns keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne, auch nicht auf den Bahnverkehr, vor", heißt es aus dem BKA. Auch die jüngsten Attentate hätten nicht zu einer anderen Einschätzung der Gefährdung geführt. "Angesichts der anhaltenden Zuwanderungsbewegung nach Deutschland müssen wir davon ausgehen, dass sich unter den Flüchtlingen auch aktive und ehemalige Mitglieder, Unterstützer und Sympathisanten terroristischer Organisationen oder islamistisch motivierte Kriegsverbrecher befinden können", geht weiter aus einem BKA-Schreiben hervor.

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Thomas de Maizière.

(Foto: dpa)

+++ 13:00 De Maizière warnt: Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen +++
Auch Innenminister de Maizière hat davor gewarnt, Asylbewerber unter Generalverdacht zu stellen. "Wir sprechen aktuell von 59 Ermittlungsverfahren wegen eines Verdachts der Verwicklung in terroristische Strukturen, und das bei vielen Hunderttausend neu angekommenen Menschen", sagte er der "Funke Mediengruppe". Die allermeisten Hinweise in diese Richtung hätten sich bisher als unwahr herausgestellt. Der Innenminister will sich ab 15 Uhr ausführlich zu dem Anschlag äußern. Die Pressekonferenz überträgt n-tv live.

+++ 12:50 Innenministerium: Kein Hinweis auf islamistischen Hintergrund +++
Das Bundesinnenministerium hat noch keine konkreten Anhaltspunkte für einen islamistischen Hintergrund des Täters. "Bisher ist es einfach so, dass wir dafür keinen belastbaren Hinweis haben", sagte Innenministeriumssprecher Tobias Plate. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Plate. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte hingegen gesagt, er persönlich halte es für sehr naheliegend, dass es sich bei dem 27-jährigen Flüchtling aus Syrien um einen islamistischen Selbstmordattentäter handele.

+++ 12:40 Attentäter sollte nach Bulgarien abgeschoben werden +++
Der Attentäter von Ansbach sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, es habe eine Abschiebeandrohung in das Balkanland gegeben. Grund sei, dass der Mann zuvor in den EU-Staaten Bulgarien und Österreich registriert worden sei. Nach Syrien direkt könne derzeit wegen des Bürgerkriegs niemand abgeschoben werden. Warum der Mann sich noch in Deutschland aufgehalten habe, könne er derzeit nicht sagen, sagte der Sprecher. Er verwies darauf, dass Abschiebungen zunächst Ländersache seien.

+++ 12:27 US-Kasernen erhöhen Sicherheitsmaßnahmen +++
Der US-Militärstandort in Ansbach reagiert auf die Ereignisse in Ansbach. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden erhöht. "Mitglieder der Militärgemeinde sollten beim Betreten des Truppenstandorts und innerhalb des Geländes mit Verzögerungen rechnen", heißt es auf der Homepage der amerikanischen Militärgemeinde in Ansbach. Bestimmte Zugänge zu Kasernen sollten bis auf weiteres geschlossen bleiben. Der US-Militärstandort "USAG Ansbach" mit seinen acht Kasernen und rund 8000 Gemeindemitgliedern bildet die strategische Luftverkehrsdrehscheibe für die US-Landstreitkräfte in Europa.

+++ 12:21 Regierung: Von Flüchtlingen geht keine besondere Terrorgefahr aus +++
Die Bundesregierung warnt davor, Flüchtlinge generell unter Terrorverdacht zu stellen. "Die meisten Terroristen die in den letzten Monaten in Europa Anschläge begangen haben, waren keine Flüchtlinge", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in der Bundespressekonferenz. "Diese Erkenntnis deckt sich mit aktuellen Untersuchungen, nach denen die Gefahr des Terrorismus nicht größer und nicht kleiner ist als in der übrigen Bevölkerung." Rainer Wendt, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, hatte zuvor gefordert, Flüchtlinge müssten besser überprüft werden.

+++ 12:02 Merkel "erschüttert" über Gewalt +++
Die Bundesregierung ist "erschüttert" über die Gewalttaten in Ansbach und Reutlingen. "Wir trauern mit den Angehörigen der getöteten Frau in Reutlingen und sind in Gedanken bei den Angehörigen der Verletzten von Reutlingen und Ansbach", sagte die Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in der Bundespressekonferenz. Kanzlerin Angela Merkel, die derzeit zu Hause in der Uckermark sei, werde laufend über die Ermittlungen informiert. Kanzleramtschef Peter Altmaier sei in Kontakt mit den Sicherheitsbehörden. Demmer sagte: "In Reutlingen liegt kein Staatsschutzdelikt vor. Zu Ansbach dauern die Ermittlungen noch an." Auf die Frage, wie Merkel die Vorkommnisse für die Akzeptanz ihrer Flüchtlingspolitik werte, sagte Demmer: "Wir müssen die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten."

+++ 11:55 Syrer sollte abgeschoben werden +++
Der 27-jährige Syrer und mutmaßliche Bombenattentäter von Ansbach sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. Das sagte ein Sprecher des Innenministeriums. "Ich kann Ihnen zur Stunde nicht sagen, warum diese Abschiebung nicht vollzogen worden ist", fügte er hinzu. Abschiebungen lägen in der Zuständigkeit der Länder.

+++ 11:42 Ansbacher OB sieht kein Versagen bei Flüchtlingsbetreuung +++
Die parteilose Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel sieht trotz des Anschlags kein Versagen der Stadt in der Flüchtlingsbetreuung. Der bei der Bombenexplosion getötete mutmaßliche Täter, ein 27 Jahre alter syrischer Asylbewerber, war in einem Ansbacher Flüchtlingsheim untergebracht und längere Zeit von der Stadt betreut worden. Seidel sei von der Tat erschrocken und schockiert. Aus ihrer Sicht unternehme die Stadt aber alles, um "möglichst nah an den Menschen zu kommen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie hatte das Konzert auf dem Festivalgelände, vor dem die Bombe gezündet worden war, selbst besucht, es aber am Abend vorzeitig verlassen. Um Flüchtlinge das Einleben zu erleichtern, habe die Stadt eigens das Projekt "Ankommen ins Ansbach" entwickelt. Dieses Projekt bestehe aus sieben eineinhalbstündigen Informationsbausteinen, mit denen Flüchtlinge unter anderem über Recht und Gesetz und die deutsche Gesellschaft informiert würden, erläuterte Seidel. Das Projekt diene ferner dazu, "zu wissen, wer in der Stadt eigentlich mit einem und neben einem lebt", sagte Seidel. "Ich denke, das werden wir auch noch verstärken."

+++ 11:30 De Maizière: "Erhalten bald Gewissheit, über Motivation der Täter" +++
Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist "erschüttert" über die Gewalttaten von Reutlingen und Ansbach. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen des Opfers und den Verletzten", erklärte de Maizière. "Die Ermittlungen laufen mit Hochdruck und ich hoffe, wir erhalten bald Gewissheit, über die Motivation der Täter." Er werde sich von den Chefs der Sicherheitsbehörden über deren Erkenntnisse unterrichten lassen und im Anschluss die Öffentlichkeit darüber informieren, teilte der Innenminister weiter mit. Sein Ministerium kündigte eine Pressekonferenz um 15 Uhr an. n-tv überträgt live.

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Schwerbewaffnete Spezialkräfte sichern die Zufahrt zu einem Flüchtlingsheim in Ansbach.

(Foto: dpa)

+++ 11:22 Polizei sichert Spuren in Flüchtlingsheim +++
Die Polizei hat in einer Flüchtlingsunterkunft mehrere Gegenstände beschlagnahmt. Ob es sich bei dem ehemaligen Hotel in Ansbach um die Unterkunft des mutmaßlichen Täters handelte, wollte die Polizei nicht bestätigen. Mitarbeiter der Spurensicherung hatten am Morgen mehrere Kisten, Säcke und Tüten unbekannten Inhalts aus dem Gebäude getragen. "Im Umfeld des Verstorbenen sind Ermittlungen zugange, die wir aber derzeit noch nicht näher konkretisieren können", sagte ein Polizeisprecher. Auch am derzeit noch abgesperrten Tatort liefen die Ermittlungen weiter.

+++ 11:14 Seehofer: "Bayern erlebt Tage des Schreckens" +++
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ist nach dem Bombenanschlag in Ansbach erschüttert. "Bayern erlebt Tage des Schreckens", sagte er nach Angaben eines Sprechers. Zum dritten Mal in einer Woche sei der Freistaat von einer schweren Gewalttat erschüttert worden. "Unser Mitgefühl gilt den Verletzten des heimtückischen und brutalen Bombenanschlags in Ansbach." Er wünschte den Verletzten schnelle und vollständige Genesung und ihren Angehörigen "viel Kraft in diesen schweren Stunden". Es gelte: "Der Rechtsstaat wird nicht weichen." Von Dienstag an will die Staatsregierung bei einer Kabinettsklausur am Tegernsee über das Thema Sicherheit beraten. Nun müssten die Hintergründe und Zusammenhänge der Tat "schnell und lückenlos aufgeklärt" werden, sagte Seehofer. "Nur so können wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehen." Den Einsatzkräften und Helfern dankte er für ihren "vorbildlichen Einsatz".

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Das Festspielhaus des Bayreuther Opfernfestivals wurde eingezäunt.

(Foto: dpa)

+++ 11:05 Bayreuth-Festspiele verzichten auf roten Teppich +++
Heute beginnen die traditionellen Bayreuther Festspiele. Nach den Ereignissen in München und Ansbach wollen die Veranstalter, die Stadt Bayreuth, jedoch aus Respekt vor den Opfern auf den roten Teppich verzichten. Auch der Staatsempfang wurde abgesagt. "Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gehören in dieser schweren Stunde den Angehörigen der Opfer des Amoklaufs", erklärte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Bei dem Opernfestival gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, das Festspielhaus wurde aus Angst vor einem Terroranschlag eingezäunt.

+++ 10:54 Täter war "unauffällig, nett und freundlich" +++
"Unaufällig, nett und freundlich" – sei er gewesen, der 27-jährigen Syrer und mutmaßliche Bombenattentäter von Ansbach. Das sagte Reinhold Eschenbacher, Leiter des städtischen Sozialamts, der Deutschen Presse-Agentur. "Der junge Mann war öfters als Asylbewerber hier und bei uns bekannt. Da ging es um soziale Leistungen", sagte er. In Ansbach leben derzeit nach Angaben der Stadt rund 644 Asylbewerber in 12 Unterkünften.

+++ 10:38 Landesjustizminister: Islamistischer Terror hat Deutschland erreicht +++
Bayerns Justizminister Winfried Bausback geht ebenfalls davon aus, dass der Bombenanschlag von Ansbach das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters ist. Nach der Axt-Attacke von Würzburg und nun "wohl auch Ansbach" teile er die Einschätzung seines CSU-Kollegen, Innenminister Joachim Hermann, "dass der islamistische Terror Deutschland erreicht hat", schreibt Bausback auf seiner Facebook-Seite. Darauf müsse sich "unser demokratischer und freiheitlicher Rechtsstaat einstellen". Bausback plädierte für eine weitere Verstärkung der Sicherheitsbehörden. "Und im Internet und den sozialen Netzwerken müssen die Möglichkeiten von Fahndung und Gefahrenabwehr verbessert werden." Der vom Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof gesetzte Rahmen sei "angesichts der Bedrohungslage zu eng". Die beiden Gerichte sollten hier "ihre Wertungen überdenken", schrieb er. Und: "Auch im Bereich der Regeln des Aufenthaltsrechts und bei der strafrechtlichen Verfolgung besteht Ergänzungsbedarf."

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Diesen Tweet hat André Poggenburg inzwischen gelöscht.

(Foto: Screenshot/Twitter)

+++ 10:22 AfD-Politiker löscht Tweet +++
Das AfD-Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg sieht sich nach dem Anschlag in Ansbach erneut bestätigt. "Ansbach leider bestätigt, wieder Terror durch Migration; "widerlich + ekelhaft" + unverantwortlich sind alle die dieses Multi-Kulti wollen!", twitterte Poggenburg am Montagmorgen. Kurz später war dem AfD-Fraktionschef im Anhalt von Sachsen-Anhalt der Tweet offenbar unangenehm - und er löschte ihn wieder. Es ist nicht das erste Mal, dass ein AfD-Verantwortlicher einen Twitter-Beitrag im Nachhinein wieder entfernt. Parteisprecher Christian Lüth hatte am Freitag nach den ersten Berichten über eine Schießerei im Münchner Olympia-Einkaufszentrum getwittert: "#AfD wählen! Schüsse am Olympia Einkaufszentrum: Tote in München – Polizei spricht von akuter Terrorlage". Später löschte Lüth den Tweet.

Zum Hintergrund:

+++ 10:09 München-OB denkt über Rucksack-Verbot auf Oktoberfest nach +++
Nach dem Anschlag in Ansbach denkt der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter über mögliche Konsequenzen nach. "Vielleicht sollte man sogar über ein Verbot von Rucksäcken nachdenken. Ich glaube, die Menschen haben für so etwas Verständnis", sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

+++ 10:03 Bundesanwaltschaft wartet auf "zuverlässige Tatsachen" +++
Die Bundesanwaltschaft hat bisher noch nicht entschieden, ob sie die Ermittlungen an sich zieht. "Wir sind natürlich in den Informationsfluss eingebunden", sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur. "Jetzt gilt es aber erst einmal, sich eine zuverlässige Tatsachengrundlage zu verschaffen. Dann müssen wir sehen, ob das in unsere Zuständigkeit fällt oder nicht." Der Generalbundesanwalt verfolgt Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik wie Terrorismus.

+++ 9.57 De Maizière gibt um 15 Uhr Pressekonferenz +++
Innenminister Thomas de Maizière will heute Nachmittag eine Erklärung abgeben. Der CDU-Politiker gibt um 15 Uhr im Bundesinnenministerium eine Pressekonferenz zu den Gewalttaten in Reutlingen und Ansbach. n-tv überträgt live.

+++ 9:50 Bayerische Polizei sucht Videos und Bilder +++
Bei der Aufklärung der Ereignisse in Ansbach bittet die bayerische Polizei um Mithilfe. Videos und Bilder zum Tatgeschehen sollen an diese Adresse gesendet werden: rba.mittelfranken@web.de.

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Der belgische Premier Charles Michel

(Foto: imago/Belga)

+++ 9:41 Belgischer Premier nennt Anschlag "Hasstat" +++
Belgiens Premierminister Charles Michel verurteilt den Anschlag in Ansbach als "Hasstat". "Es wird lange dauern, bis die Wunden geheilt sind", schreibt er bei Twitter. "Ich rufe aber alle auf, sich gemeinsam gegen diese Hasstaten zu stellen."

+++ 9:28 Wendt: Flüchtlinge besser kontrollieren +++
Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, fordert eine bessere Kontrolle der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge. "Weder ist die Identität aller Menschen geklärt, die zu uns gekommen sind, noch ihr geistiger und körperlicher Zustand", sagte Wendt dem Hessischen Rundfunk. "Wir erleben ja in diesen Tagen, dass sich psychische Labilität, Terrorismus, Kriminalität miteinander vermischen", fügte er hinzu. Umso wichtiger sei es, "dass wir die Menschen nicht nur unterbringen und verpflegen, sondern feststellen, wer da in unser Land kommt". Wendt plädierte dafür, "sich diese Menschen ganz genau anzuschauen, ob von ihnen eine mögliche Gefahr ausgeht".

+++ 8:37 SPD lehnt Bundeswehr-Einsatz im Innern ab +++
Nach den jüngsten Gewalttaten bekräftigen Politiker der SPD ihr Nein zu Einsätzen der Bundeswehr im Innern. Die in den Reihen der Union erhobene Forderung sei "ziemlich dumm" und auch "pietätlos", sagt der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Burkhard Lischka, der "Mitteldeutschen Zeitung" aus Halle. Mit Blick auf den Amoklauf von München mit neun Todesopfern fragt er: "Was hätte die Bundeswehr da noch leisten sollen?" "Solche Diskussionen ärgern mich geradezu", sagt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius von der SPD der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Will Bayern nun Kampftruppen einsetzen - und gegen wen?", fragt Pistorius. Die Politik dürfe nicht "leichtfertig Grundsätze des Grundgesetzes über Bord werfen".

+++ 7:52 Flüchtlingsheim wird durchsucht +++
Der mutmaßliche Täter von Ansbach wohnte in einem Flüchtlingsheim. Dieses wird von der Polizei nach Anhaltspunkten für die Tat durchsucht. Vor dem Heim sperren Beamte die Straße ab.

+++ 7:26 Blutige Anschläge in Bayern gehen Herrmann "nahe" +++
Die Anschläge der vergangenen Tage berühren Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nach eigenen Worten sehr. Das gehe einem auch persönlich "unheimlich nahe", sagt der 59-jährige CSU-Politiker. Er ist seit fast neun Jahren Innenminister in Bayern. Eine solche Woche habe er noch nicht erlebt, sagt Herrmann.

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Ein Einsatzkommando der Polizei sperrt die Zufahrt zu einem Flüchtlingsheim, in dem der mutmaßliche Täter gewohnt haben soll.

(Foto: dpa)

+++ 7:10 Herrmann fordert Gesetzesänderungen +++
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will - auch nach dem Anschlag in Ansbach - auf Gesetzesänderungen auf Bundesebene pochen. Dabei gehe es etwa um das Strafrecht und um aufenthaltsrechtliche Fragen, sagt der CSU-Politiker. "Wir müssen auch anderen deutlich machen: Jeder hat die Rechtsordnung dieses Landes zu akzeptieren." Wenn jemand dagegen verstößt, müsse schon auf niedrigerer Schwelle als bisher deutlich werden, dass er das Land wieder zu verlassen hat. Entsprechende Pläne will Bayerns Regierung ab Dienstag bei einer Klausur am Tegernsee diskutieren.

+++ 6:53 Polizei richtet Hinweistelefon ein +++
Die Polizei richtet ein Hinweistelefon ein. Unter der Rufnummer 0911/2112-3333 können entsprechende Zeugenhinweise an den Kriminaldauerdienst Mittelfranken gerichtet werden.

+++ 6:45 Mutmaßlicher Attentäter war polizeibekannt +++
Der mutmaßliche Bombenattentäter von Ansbach trat nach Angaben der Polizei schon früher strafrechtlich in Erscheinung. Details dazu nennen die Beamten nicht. Er sei wiederholt auffällig geworden, unter anderem wegen eines Drogendelikts, sagt dagegen Innenminister Joachim Herrmann. Nach Polizeiangaben wurde der Asylantrag des 27-Jährigen abgelehnt. Er lebte demnach seit 2. Juli mit Duldung in Ansbach. Zweimal soll er versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

+++ 6:37 Polizei richtet Sonderkommission ein +++
Nach dem Bombenanschlag von Ansbach gründet die Polizei eine Sonderkommission mit mehr als 30 Mitgliedern. Sie sollen die Ermittlungen nach dem Attentat leiten, teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Ermittler der Kriminalpolizei Ansbach beginnen den Angaben zufolge mit der Tatortarbeit. Mitarbeiter des bayerischen Landeskriminalamtes, der Bereitschaftspolizei, weitere Spezialeinsatzkräfte sowie Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren und Rettungsdienste unterstützen die Arbeiten.

+++ 6:23 Herrmann fordert konsequentes Vorgehen gegen gefährliche Flüchtlinge +++
Nach dem erneuten Anschlag eines Flüchtlings in Bayern fordert Innenminister Joachim Herrmann strikte Gegenmaßnahmen. "Wir müssen sehen, dass neben vielen Flüchtlingen mit schlimmen Schicksalen auch Leute in unser Land kommen oder gekommen sind, die eine echte Gefahr für die Sicherheit der Menschen in unserem Land darstellen", sagt Herrmann. "Das können wir nicht hinnehmen." Da müssten "konsequente weitere Wege" beschritten werden.

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+++ 6:10 Polizei in Ansbach bittet um Videos und Fotos +++
Nach dem Bombenanschlag im fränkischen Ansbach fordert die Polizei Zeugen auf, Videos und Bilder zu der Tat per Mail an die Behörde zu schicken. Einen entsprechenden Tweet veröffentlicht die bayerische Polizei in der Nacht. Die Zahl der Verletzten wird mittlerweile mit zwölf angegeben.

+++ 5:55 Tatort ist weiter abgesperrt +++
Die Ermittler suchen weiter nach Hinweisen. Der Bereich direkt um den Tatort ist weiterhin abgesperrt, wie ein Polizeisprecher sagt. Jedoch ist die weitläufige Sperrung der Ansbacher Altstadt aufgehoben. Der Sprecher beschreibt die Lage als ruhig. Anwohner hätten in ihre Wohnungen zurückkehren können.

+++ 5:10 Herrmann spricht von "islamistischen Selbstmordanschlag" +++
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hält es für wahrscheinlich, dass der Bombenanschlag von Ansbach das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters gewesen ist. "Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat", sagt Herrmann am frühen Morgen.

+++ 4:06 Tatverdächtiger war in Behandlung +++
Die Explosion von Ansbach wurde von einem 27 Jahre alten Mann aus Syrien ausgelöst, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann laut Bayerischem Rundfunk am frühen Morgen. Der Tatverdächtige sei wegen Suizidversuchen bereits in Behandlung gewesen. Er sei vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen.

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Herrmann äußert sich in Ansbach.

(Foto: dpa)

+++ 3:41 Explosion vorsätzlich herbeigeführt +++
Die Explosion wurde nach den Worten von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vorsätzlich herbeigeführt. Der Täter habe die Absicht gehabt, ein Musikfestival mit 2500 Besucher zu "unterbinden", sei aber nicht auf das Gelände gekommen, sagt Herrmann.

+++ 2:16 Tatverdächtiger kommt ums Leben +++
Bei der Explosion eines Sprengsatzes im fränkischen Ansbach kommt nach Angaben des bayerischen Innenministeriums ein Tatverdächtiger ums Leben. Außerdem seien bei der Detonation zehn Menschen verletzt worden, sagt ein Ministeriumssprecher in der Nacht.

+++ 1:13 Bürgermeisterin äußert sich +++
Die Ansbacher Bürgermeisterin Carda Seidel erklärt, dass die Explosion vor dem Eingang zu einem Musikfestival mit 2500 Besuchern stattfand. Das Festival wird abgebrochen, das Gelände evakuiert.

+++ 1:03 Polizei spricht von Sprengstoffanschlag +++
In Ansbach gibt es möglicherweise einen Sprengstoffanschlag. Eine Explosion, bei der nach Polizeiangaben ein Mensch starb und zehn verletzt wurden, sei möglicherweise vorsätzlich herbeigeführt worden, sagt ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums. "Nach jetzigem Stand ist es kein Unfall."

+++ 0:07 Explosion in Ansbach +++
Im fränkischen Ansbach gibt es am späten Sonntagabend eine Explosion. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wird dabei in einer Gaststätte ein Mensch getötet. Die Polizei bestätigt zunächst nur eine Explosion. In der Innenstadt ist ein Bereich abgesperrt, Polizisten und Rettungskräfte sind vor Ort.

Quelle: n-tv.de, cro/mli/dpa/AFP/rts