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Studie nennt Gehaltsgrenzen Ab wann gehört man zur Oberschicht?

Eine Person hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten in der Hand. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild

Das durchschnittliche Nettoeinkommen in Deutschland liegt bei 1869 Euro.

(Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa)

Zu den oberen zehn Prozent der Gesellschaft zu gehören - das klingt für viele unerreichbar. Dabei widerspricht die Selbsteinschätzung oft den Zahlen. Die wertet das Institut der deutschen Wirtschaft aus und ermittelt das durchschnittliche Nettoeinkommen - mit überraschenden Erkenntnissen.

Menschen mit sehr hohen Einkommen neigen dazu, ihren Gehalts- und Lohnstatus in der Gesellschaft zu unterschätzen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, für die die aktuellsten repräsentativen Daten des sozio-ökonomischen Panels aus dem Jahr 2016 neu berechnet wurden. Demnach gehört schon zu den einkommensstärksten zehn Prozent der Gesellschaft, wer als Single mindestens 3440 Euro netto im Monat verdient. Das durchschnittliche Nettoeinkommen der deutschen Bevölkerung liegt demnach bei 1869 Euro.

Für die Berechnung teilten die Forscher die Bevölkerung zunächst der Einkommenshöhe nach in zehn gleich große Gruppen ein, in sogenannte Dezile (Zehntel). Berücksichtigt wurden auch Faktoren wie die Zahl der Haushaltsangehörigen, Eigentum, Bildungsstand und mögliche Transferleistungen.

Demnach muss ein Paar ohne Kinder das 1,5-Fache des Einkommens eines Singlehaushalts zur Verfügung haben, um einen vergleichbaren Lebensstandard zu erreichen. Paare ohne Kinder und Paare, deren Kinder bereits ausgezogen sind, gehören deswegen ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 5160 Euro zum oberen Zehntel.

Unterschiede zwischen Ost und West

Zur IW-Studie
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(Foto: Institut der deutschen Wirtschaft (IW))

Auf der IW-Homepage gibt es auch einen interaktiven Vergleichsrechner für verschiedene Einkommenshöhen und Merkmale wie beispielsweise Haushaltsgröße, Geschlecht, Erwerbsstatus, Wohnort, Bildung oder Herkunft. Eine Zusammenfassung der Studie zum Download im pdf-Format finden Sie hier.

Laut der IW-Studie lag das Medianeinkommen von alleinlebenden Akademikern bei 2541 Euro netto. Drei Viertel der Deutschen verdienen weniger. Während das Durchschnittseinkommen von Mietern bei 1493 Euro liegt, beträgt derselbe Wert 2252 Euro bei den Eigentümern. "Wer im Eigenheim wohnt, findet sich oftmals im oberen Bereich der Einkommensverteilung wieder", erklärte dazu Studienautorin Niehues.

Am unteren Ende der Skala rangieren Alleinerziehende, die monatlich 1309 Euro zur Verfügung haben, sowie Menschen mit direktem Migrationshintergrund mit durchschnittlich 1472 Euro. Wichtig sind auch Ost-West-Unterschiede. Wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten in den neuen Bundesländern gehört man dort schon mit einem Einkommen von 2839 Euro zu den oberen zehn Prozent. In Westdeutschland rangiert dieser Wert unter den oberen 20 Prozent.

Quelle: n-tv.de, mli/DJ

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