Politik

Nach verheerendem Talibanangriff Afghanischer Minister tritt zurück

bb7c36dfa5a1d3ad3d89c651e0b6ed0e.jpg

Behandlung eines schwer verwundeten Soldaten in Masar-i-Scharif.

(Foto: AP)

Das Taliban-Massaker an afghanische Regierungssoldaten hat ein Nachspiel. Der Verteidigungsminister und der Heeres-Stabschef treten mit sofortiger Wirkung zurück. Bei dem Angriff waren mindestens 140 Soldaten getötet worden.

Nach dem schweren Angriff der radikal-islamischen Taliban auf einen Militärstützpunkt in Afghanistan sind der Verteidigungsminister und der Stabschef des Heeres zurückgetreten. Entsprechende Gesuche von Abdullah Habibi und Kadam Schah Schahim seien mit sofortiger Wirkung angenommen worden, teilte das Präsidialamt in Kabul per Twitter mit.

Bei dem Angriff am vergangenen Freitag auf das Armee-Hauptquartier in Masar-i-Scharif waren mindestens 140 Soldaten getötet worden. Es war der bislang schwerste Angriff auf eine Militärbasis der afghanischen Armee.

Die Taliban haben zuletzt wieder Erfolge erzielt, die Regierung in Kabul kontrolliert inzwischen weniger als zwei Drittel des Landes. Die afghanische Armee bereitet sich auf schwere Kämpfe gegen die Islamisten in den kommenden Monaten vor.

Derweil traf US-Verteidigungsminister James Mattis zu einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan ein. Dort sind fast 9000 US-Soldaten stationiert sowie Tausende andere ausländische Militärs, darunter Hunderte Bundeswehrsoldaten. Sie bilden unter anderem die afghanischen Streitkräfte aus, auch im von den Taliban angegriffenen  Camp Schahin.

Bei dem Anschlag am Freitag waren keine ausländischen Soldaten zu Schaden gekommen. Die Bundesregierung hatte Afghanistan nach dem Attentat zugesichert, das Land weiter beim Kampf gegen den Terror und bei der Ausbildung der Streitkräfte zu unterstützen.

Quelle: ntv.de, wne/rts