Politik

Anschlag mit mindestens 147 Toten Al-Schabaab richtet Blutbad auf Campus an

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Soldaten bereiten sich auf dem Campus auf den Zugriff vor.

(Foto: dpa)

Den ganzen Tag über liefern sich Geiselnehmer der somalischen Islamistenmiliz Al-Schabaab und kenianische Sicherheitskräfte Gefechte auf einem Uni-Campus. Erst am Abend beendet die Polizei die Geiselnahme. Die Bilanz ist verheerend.

Bei einem Anschlag der Islamisten-Miliz Al-Schabaab auf eine Universität im Nordosten Kenias sind mindestens 147 Menschen - überwiegend Studenten - getötet worden. Auch mindestens vier der Angreifer kamen ums Lebens. Zunächst war von 70 Opfern die Rede. Die Behörden haben die Zahl jedoch nach oben korrigiert, nachdem der Angriff und die anschließende Geiselnahme beendet worden war. Weitere 65 Menschen wurden den Angaben zufolge bei dem Überfall verletzt.

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Kenianische Soldaten suchen Deckung nachdem Schüsse vor der Universität abgefeuert wurden.

(Foto: dpa)

Vermummte Angreifer seien am frühen Morgen auf das Gelände der Hochschule in der Stadt Garissa eingedrungen und hätten wahllos um sich geschossen, teilte die Polizei mit. Die Attentäter verschanzten sich anschließend auf dem Campus und brachten Studenten als Geiseln in ihre Gewalt. Polizei und Armee riegelten das Gelände ab. Über Garissa verhängte die Polizei eine Ausgangssperre. Am Abend teilte das kenianische Katastrophenschutzministerium mit, die Geiselnahme sei beendet worden.

Die Angreifer nahmen die Sicherheitskräfte von Dächern aus unter Beschuss, um sie an einem Vorrücken zu hindern. Es folgten stundenlange Feuergefechte. Die somalische Terrororganisation Al-Schabaab bekannte sich zu der Tat und erklärte, Christen als Geiseln genommen zu haben.

Seit Tagen Hinweise auf Anschlag

Es seien zu dem Zeitpunkt viele Studenten in Wohnheimen auf dem Gelände gewesen. Nach Angaben von Innenminister Joseph Nkaissery meldeten sich 280 der 815 Studenten der Uni nach dem Überfall bei den Behörden. Jetzt werde nach den übrigen gesucht. Ein Al-Schabaab-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Gruppe habe die muslimischen Studenten freigelassen und die Christen als Geiseln genommen.

Einer Studentin der benachbarten Pädagogik-Hochschule zufolge hatte es zuvor Warnungen vor einem drohenden Anschlag gegeben. Am Montag seien sie vom Direktor informiert worden, dass verdächtige Fremde in der Stadt und sogar in der Hochschule gesehen worden seien. Die Hochschule sei daraufhin am Dienstag geschlossen worden, der Universitätscampus aber offen geblieben.

Die Al-Schabaab-Islamisten aus dem benachbarten Somalia verüben immer wieder Anschläge in Kenia. Unter anderem griffen sie 2013 ein Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi an. Dabei wurden mindestens 67 Menschen getötet. Auch im 200 Kilometer von der somalischen Grenze entfernten Garissa gab es wiederholt Anschläge.

Die mit Al-Kaida verbündeten Extremisten haben Kenia ins Visier genommen, seit die Regierung Truppen zur Unterstützung des Kampfes gegen Al-Schabaab nach Somalia geschickt hat. Der neue Anschlag dürfte auch ein Rückschlag für Kenias wichtige Tourismusbranche sein. Erst am Mittwoch hatte Präsident Uhuru Kenyatta erklärt, sein Land sei wieder ein sicheres Urlaubsziel. Zugleich kritisierte er australische Warnungen vor einem möglichen Anschlag in Nairobi und britische Reisewarnungen für die meisten Küstenregionen.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/AFP

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