Politik

Huthi rücken in Südjemen vor Angreifer feuern Raketen auf Hadis Residenz

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Die Huthi-Rebellen haben strategische Orte und Regionen kurz vor Aden eingenommen. Sie stehen offenbar vor der Eroberung der zweitgrößten Stadt des Landes.

(Foto: dpa)

Die Huthi-Rebellen im Jemen kesseln Jemens Präsident Hadi in dessen Ausweichquartier in Aden ein. Militärs berichten, Hadi habe das Land verlassen. Dann kommt ein Dementi. Saudi-Arabien bereitet möglicherweise ein militärisches Eingreifen vor.

In Aden sollen Kampfflugzeuge Medienberichten zufolge den Palast von Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi angegriffen haben. Ein Kampfjet habe mindestens drei Raketen auf die Residenz abgefeuert, berichtete die lokale Nachrichtenseite "Aden al-Ghad" unter Berufung auf Augenzeugen. Bodentruppen hätten das Feuer erwidert. Über Opfer ist bisher nichts bekannt.

Die Hafenstadt Aden steht vor einem möglichen Angriff schiitischer Huthi-Rebellen. Die Aufständischen beherrschen große Teile des Jemen und waren in den vergangenen Tagen auf den Fluchtort Hadis vorgerückt. Hadis genauer Aufenthaltsort ist unklar. Der jemenitische Sicherheitsdienst wies Gerüchte zurück, das Staatsoberhaupt sei bereits aus Aden geflohen.

Hadi sei "an einen sicheren Ort in Aden" gebracht worden, sagte der Berater. Zuvor hatte ein Vertreter der Präsidentengarde gesagt, der von den Huthi-Rebellen bedrängte Staatschef habe an Bord eines Hubschraubers den Präsidentenpalast al-Maatschik in der Stadt Aden in Richtung Ausland verlassen, um an einem nicht genannten Ort Zuflucht zu suchen.

Nach Aden hatte sich Hadi Ende Februar geflüchtet, weil die Huthis die Macht in der Hauptstadt Sanaa übernommen hatten. Die Huthis hatten am Morgen den wichtigsten Militärstützpunkt im Süden des Landes eingenommen und waren weiter auf Aden vorgerückt.

Am Dienstag hatten die Huthi mit der Provinz Dali nach der Stadt Taizz einen zweiten Zugang in den Süden erobert, nur rund 100 Kilometer vor Aden. Die Region gilt als strategisch wichtig für den Vormarsch auf Aden. Nach Angaben lokaler Quellen haben die Rebellen Dali mit Hilfe von Getreuen des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih eingenommen.

Saudische Armee an der Grenze bereit

Präsident Hadi wurde bisher von Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Monarchien der Region unterstützt, die Huthi-Miliz vom schiitischen Iran. Saudi-Arabien hat US-Regierungskreisen zufolge in der vergangenen Nacht schweres Militärgerät an der Grenze zum Jemen zusammengezogen. Der Aufmarsch könne sowohl offensiven als auch defensiven Zielen dienen, hieß es. Denkbar sei, dass die saudischen Streitkräfte Luftangriffe zur Unterstützung Hadis vorbereiten.

Hadi hatte vor seiner Flucht in einem Brief an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen appelliert, einer Militärintervention gegen die Huthi-Miliz zuzustimmen. Ein Eingreifen dazu bereiter Länder solle durch eine Resolution des Gremiums gebilligt werden, hieß es in einem Schreiben Hadis. Er habe die Staaten der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats gebeten, dem Jemen auch mit militärischen Mitteln zu helfen. Die Rebellen gefährdeten die Sicherheit des Landes und der Region. Die Aggression der Huthi-Rebellen müsse mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gestoppt werden.

Die UN versuchen nach Angaben jemenitischer Politiker, in der katarischen Hauptstadt Doha Gespräche zwischen den Konfliktparteien zu starten. Entsprechende Pläne habe der UN-Gesandte für den Jemen, Dschamal Benomar, vorgestellt, bestätigten jemenitische Politiker. Die sunnitisch geprägten Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, versuchen, ein Erstarken der schiitischen Aufständischen im Jemen zu verhindern.

Huthi töten Demonstranten

In Taizz, rund 130 Kilometer nördlich von Aden gelegen, schlugen die Huthi nach ihrem Einmarsch dort Demonstrationen gegen sie blutig nieder. Nach Angaben lokaler Sicherheitsbeamter wurden acht Demonstranten von den Rebellen getötet. Mit scharfer Munition und Tränengas hätten sie den Protestmarsch aufgelöst.

Die Rebellen hatten Hadi und Teile der Regierung über Wochen in Sanaa festgesetzt. Der Präsident hatte Ende Februar in der südjemenitischen Hafenstadt Aden Zuflucht vor den Rebellen gesucht. Von Aden aus versucht Hadi nun, die Macht im Land wiederzuerlangen und rief die Hafenstadt zur neuen Hauptstadt aus. Die Huthi wollen mehr politische Rechte von der Regierung erpressen und beherrschen seit Monaten große Teile des Nordjemens sowie die Hauptstadt Sanaa.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa/AFP