Politik

Dschihadisten verlassen Zentrum Anti-IS-Koalition bombt massiv auf Mossul

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Die Peschmerga haben Gruppen des IS aus der Region Mossul vertrieben. Durch Schläge aus der Luft geraten die Dschihadisten zusätzlich in Bedrängnis.

(Foto: REUTERS)

Im Norden des Irak bombardiert die Anti-Terror-Koalition kurdischen Medien zufolge die IS-Hochburg Mossul. Die Dschihadisten sind offenbar in arger Bedrängnis und ziehen sich zurück. In der Hauptstadt Bagdad gehen unterdessen wieder Bomben hoch.

Die internationale Anti-Terror-Koalition hat nach kurdischen Angaben mit einem massiven Bombardement der nordirakischen Stadt Mossul begonnen. Wie das Nachrichtenportal Rudaw unter Berufung auf einen Vertreter der kurdische Peschmerga-Armee berichtet, begann die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) mit Evakuierungen aus dem Stadtzentrum. Auch der US-Nachrichtensender CNN berichtet von neuen Bombardierungen. Der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums bestätigte ebenfalls, dass zur Stunde eine Militäroperation laufe.

Die unabhängige irakische Nachrichtenseite "Al-Sumaria" meldet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Extremisten aus sieben Ortschaften nordwestlich von Mossul durch Luftschläge und kurdische Soldaten vertrieben worden seien.

Dem kurdischen Nachrichtenportal Basnews zufolge ist in der Ortschaft Zumar zwischen Erbil und Mossul ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von 23 Männern, Frauen und Kindern entdeckt worden. Sie sollen der religiösen Minderheit der Jesiden angehören und von den Dschihadisten des IS ermordet worden sein. Bereits in den vergangenen Wochen waren immer wieder solche Massengräber entdeckt worden.

Dutzende Tote in Bagdad

In der Hauptstadt Bagdad gab es unmittelbar vor der Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre mindestens zwei Anschläge. Ein Selbstmordattentäter riss in einem Restaurant im Stadtviertel Bagdad al-Dschida 22 Menschen mit in den Tod. 40 weitere wurden verletzt. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Bei einem weiteren Angriff in einem Geschäftsviertel im Zentrum von Bagdad wurden nach amtlichen Angaben fünf Menschen getötet und 13 verletzt. Unklar ist noch, ob es sich ebenfalls um einen Selbstmordanschlag oder um eine ferngezündete Bombe handelte.

Die Hauptstadt ist derzeit nicht von größeren Dschihadisten-Angriffen bedroht, allerdings werden in Bagdad immer noch häufig Bombenanschläge verübt. Diese gehen meist auf das Konto des IS. Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hatte angeordnet, dass es ab Samstagabend erstmals seit Jahren keine nächtliche Ausgangssperre in Bagdad mehr geben sollte. Damit soll Iraks Hauptstadt ein Stück weit zur Normalität zurückkehren.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa/AFP