Politik

Auf Extremwetter vorbereiten Ärzteverband ruft nach nationalem Hitzeschutzplan

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Die große Hitze hat für viele Menschen auch gesundheitliche Folgen - nicht jeder kann und will sich dann in einem öffentlichen Brunnen abkühlen.

(Foto: dpa)

Im Zuge des Klimawandels dürfte es in Zukunft immer häufiger zu Hitzewellen kommen. Der Marburger Bund sieht Deutschland darauf nur unzureichend vorbereitet - und fordert einen Plan, wie Kommunen auf das Extremwetter reagieren sollen. Auch Aufklärung sei wichtig.

Angesichts der erwarteten Wetterlage fordert der Ärzteverband Marburger Bund einen nationalen Hitzeschutzplan und eine Aufklärungskampagne. "Die Politik muss ihre Anstrengungen für Schutzmaßnahmen in Hitzephasen deutlich ausbauen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Städte und Kommunen brauchten Hitzeschutzpläne, damit sich Senioreneinrichtungen oder Krankenhäuser besser auf Hitzewellen vorbereiten könnten, "am besten geregelt durch einen nationalen Hitzeschutzplan". Wichtig seien auch konkrete Verhaltensregeln, "zum Beispiel durch eine Aufklärungskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung". Nötig seien "Fortbildungen zu hitzebedingten Erkrankungen, die temperaturgerechte Aufbewahrung von Medikamenten" oder "Gebäudeanpassungen".

Verdi fordert Hitzefrei-Lösung

Die Gewerkschaft Verdi verlangt Erleichterungen für Arbeitnehmer. "Bei extremer Hitze fordern wir natürlich längere Pausen oder ein früheres Ende der Arbeit - hitzefrei - auch wenn darauf kein rechtlicher Anspruch besteht", sagte Norbert Reuter, der Leiter der tarifpolitischen Grundsatzabteilung bei Verdi, dem RND. "Hier sind dann im Benehmen mit dem Betriebsrat Regelungen zu treffen, wann die ausgefallenen Arbeitszeiten gegebenenfalls nachgeholt werden können." Man fordere, "alle Möglichkeiten" von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung zu nutzen, wie sie schon in den technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) festgehalten seien.

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Die deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte zuvor bereits vor einer steigenden Belastung der Krankenhäuser gewarnt und ein Investitionsprogramm zur Anpassung der Klinikgebäude an Hitze gefordert. "Falls wirklich die Rekordwerte eintreten, die Meteorologen derzeit vorhersagen, werden wir mit einer hohen Zahl an hitzebedingten Krankenhausfällen rechnen müssen", hatte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß dem RND gesagt.

Gaß erwartet neben dehydrierten Patientinnen und Patienten auch Menschen, die unter Herzrhythmusstörungen, niedrigem Blutdruck oder Schlafstörungen leiden. Auch Magen-Darm-Infekte könnten durch Hitze verstärkt werden.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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