Politik
Al-Nusra-Kämpfer in Ariha.
Al-Nusra-Kämpfer in Ariha.(Foto: REUTERS)
Freitag, 29. Mai 2015

Rebellen erobern letzte Stadt : Assad-Truppen verlieren Provinz Idlib

Die syrischen Regierungstruppen geraten immer mehr in die Defensive. Sie geben die Kleinstadt Ariha auf und haben damit keine Kontrolle mehr über die südwestlich von Aleppo gelegene Provinz Idlib. Dort hat nun ein islamistisches Rebellenbündnis das Sagen.

Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben ihre letzte strategische Position in der nördlichen Provinz Idlib an islamistische Rebellen verloren. Das Militär habe sich nach schweren Kämpfen aus der Kleinstadt Ariha zurückgezogen, meldete das staatliche syrische Fernsehen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bereits in der Nacht zuvor berichtet, dass das islamistische Rebellenbündnis, dem auch die Al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front angehört, Ariha erobert habe.

Die Islamisten-Allianz Dschaisch al-Fatah hatte bereits Ende März die Provinzhauptstadt Idlib und Ende des Vormonats die Stadt Dschisr al-Schogur eingenommen. Mit der Kontrolle über Ariha verfügen die Dschihadisten nunmehr über ein Einfallstor in die Mittelmeer-Provinz Latakia, eine Hochburg des Assad-Clans und anderer Regime-Größen.

Vorwürfe gegen türkischen Geheimdienst  

Derweil wirft eine regierungskritische Zeitung in der Türkei dem Geheimdienst MIT versuchten Waffenschmuggel an Rebellengruppen in Syrien vor. Die Zeitung "Cumhuriyet" veröffentlichte Fotos von Granaten, die im Januar vergangenen Jahres auf einem Lastwagen bei Adana in der Nähe der syrischen Grenze entdeckt wurden. Damals hatte die Staatsanwaltschaft mehrere Lastwagen stoppen lassen und dann festgestellt, dass sie in Begleitung von MIT-Agenten auf dem Weg nach Syrien waren. Offiziell handelte es sich um eine Lieferung humanitärer Hilfsgüter.

Ein Video auf der "Cumhuriyet"-Internetseite zeigt Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft beim Öffnen von Kartons und Kästen auf einem der Lastwagen. Die Waffenladung habe 2000 Granaten für Granatwerfer und schwere Geschütze sowie 80.000 Schuss Munition für leichte und schwere Maschinengewehre umfasst und sei als Medikamentenlieferung getarnt gewesen.

Die türkische Regierung unterstützt die syrische Opposition und strebt den Sturz von Assad an. Sie unterstreicht aber, dass es keinerlei Waffenlieferungen gebe. Dagegen wirft der Vorsitzende der türkischen Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtas, der Regierung in Ankara vor, auch die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien mit Waffen versorgt zu haben.

Quelle: n-tv.de