Politik

Saudische Justiz vollstreckt Strafe Badawi erwarten weitere Peitschenhiebe

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Raif Badawi sitzt in Saudi-Arabien in Haft.

(Foto: picture alliance / dpa)

In seinem Blog setzte sich Raif Badawi für einen liberalen Islam ein. Die saudische Justiz bestraft das hart. Von den 1000 verhängten Peitschenhieben sollen Badawi nun weitere treffen.

Die saudische Justiz will die Bestrafung des Bloggers Raif Badawi wieder aufnehmen. Die "Bild"-Zeitung berichtet, die Auspeitschung des 32-Jährigen solle unter Ausschluss der Öffentlichkeit hinter Gefängnismauern stattfinden.

Badawi war wegen angeblicher Beleidigung des Islam zu 10 Jahren Haft, 1000 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von 194.000 Euro verurteilt worden. 50 Peitschenhiebe wurden bereits vollstreckt. Von weiteren Hieben wurde aufgrund des schlechten Gesundheitszustands bisher abgesehen.

Die Frau des Bloggers, Ensaf Haidar, reagierte bestürzt: "Alles, was ich will ist, dass diese grausame Strafe endlich widerrufen wird", sagte sie der "Bild"-Zeitung. Sie will ihren Mann zu sich nach Kanada holen, wo sie mittlerweile lebt.

Der Herausgeber des Buches "1000 Peitschenhiebe - weil ich sage, was ich denke", der n-tv Moderator Constantin Schreiber, fordert ein Umdenken: "Es ist untragbar, dass westliche Staaten mit diesem Regime weiterhin auf Augenhöhe zusammenarbeiten und keinen angemessenen Druck ausüben."

Am Mittwoch verleiht die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit auf der Frankfurter Buchmesse den "Raif Badawi Award". Der Preis geht in diesem Jahr an Journalistinnen des irakischen Flüchtlingsradiosenders Dange NWE.

Quelle: ntv.de, jog

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