Politik

Lukaschenko-Gegnerin in Klinik Baerbock sorgt sich um Kolesnikowa

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Die belarussische Demokratie-Aktivistin Kolesnikowa im August 2021 bei einer Gerichtsverhandlung.

(Foto: picture alliance/dpa/BelTA/AP)

Eine der Galionsfiguren der belarussischen Oppositionsbewegung wird aus dem Straflager auf eine Intensivstation verlegt. Was Maria Kolesnikowa fehlt, weiß nicht einmal ihre Familie. Außenministerin Annalena Baerbock verlangt ihre sofortige Haftentlassung.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat die sofortige Freilassung der in Belarus inhaftierten Regierungskritikerin Maria Kolesnikowa gefordert. "Die Berichte über den Gesundheitszustand von Maria Kolesnikowa gehen mir sehr nahe", erklärte Baerbock auf Twitter. "Das Regime in Belarus muss für ihre Gesundheit garantieren und sie sofort freilassen. Ihr Einsatz für Demokratie ist kein Verbrechen."

Am Dienstag hatten Unterstützer Kolesnikowas bekannt gegeben, dass die 40-Jährige auf der Intensivstation liege. Sie werde in einem Krankenhaus in der Stadt Gomel im Südosten des Landes behandelt, teilte der Pressedienst des ebenfalls inhaftierten Oppositionellen Viktor Babaryko mit, für den Kolesnikowa gearbeitet hatte. Demnach war Kolesnikowa am Montag zunächst in die Chirurgie gebracht worden, bevor sie auf die Intensivstation verlegt wurde.

Schwester ohne Informationen

"Was Maria zugestoßen ist, ob es einen Unfall gab, oder sie erkrankt ist - wir wissen es einfach nicht", sagte ihre Schwester Tatjana Chomitsch dem "Spiegel". "Keiner sagt uns, warum sie im Krankenhaus liegt." Dem Vater Alexander sei einzig am Telefon mitgeteilt worden, dass Kolesnikowa sich "in einem stabilen, ernsten Zustand mit Besserung" befinde. Ihrem Anwalt Wladimir Pyltschenko sei bestätigt worden, dass sie Patientin der Klinik sei, ohne weitere Angaben.

Kolesnikowa wird seit fast einem Jahr in einer Strafkolonie in Gomel eingesperrt. Sie war am 24. Dezember 2021 in einem Scheinprozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu elf Jahren Haft verurteilt worden, nachdem sie bereits mehr als ein Jahr lang vom Regime inhaftiert worden war.

Kolesnikowa gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Opposition in Belarus. Ihr wurde unter anderem "Verschwörung zur Ergreifung der Macht" vorgeworfen. Kolesnikowa hatte an der Seite der Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja und der Aktivistin Veronika Zepkalo die Massenproteste gegen den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko im Jahr 2020 angeführt. Als eine der wenigen führenden belarussischen Oppositionellen entschied sich Kolesnikowa gegen die Flucht ins Exil.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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