Politik

Kühnert im "ntv Frühstart" "Beim Impfen am falschen Punkt geknausert"

SPD-Vize Kevin Kühnert hadert mit der Beschaffungspolitik der EU. Und er drückt aufs Impf-Tempo. Mit Blick aufs Infektionsgeschehen sagt er: Zeit ist Menschenleben.

Im Streit um die Menge des Corona-Impfstoffs hat SPD-Vizechef Kevin Kühnert weitere Aufklärung über die Einkaufspolitik der EU gefordert. "Es steht die Frage im Raum, sowohl an die Europäische Kommission als auch an den Bundesgesundheitsminister, ob es nicht möglich gewesen wäre, mit einem größeren Einsatz von finanziellen Mitteln zum Zeitpunkt der Beschaffung der Impfstoffe größere Vorräte zu besorgen", sagte Kühnert im "Frühstart" von ntv.

Kühnert kritisierte die Bestellung verschiedener Impfstoffe aufgrund des Preisarguments. Zudem seien auch Hersteller mit großen Aufträgen bedacht worden, die in der Entwicklung weniger vorangeschritten waren. "Ich bin sehr dafür, dass es richtig war, dass bei Impfstoffen, die nicht durchkommen, zu streuen und auf verschiedene Anbieter zu setzen, das ist in Ordnung", so der SPD-Vize. "Aber in einer Krise, in der wir Milliarden ausgeben, berechtigterweise, um Wirtschaft, Arbeitsleben und Infrastruktur aufrechtzuerhalten, jetzt ausgerechnet an dem Punkt zu knausern, wo es um den Dealbreaker schlechthin geht, der uns dann durch die Krise auch durchbringen muss, das wäre mir nicht schlüssig."

Kühnert schlussfolgerte: "Deswegen ist die EU-Kommission gefordert, die Verträge für die Abgeordneten offenzulegen."

"Zeit ist Menschenleben"

Kühnert stellte sich außerdem hinter die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) und ihre Kritik an der Impfstrategie. Kalayci hatte die geringe und verzögerte Auslieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer beklagt. "Das hat ganz konkrete Auswirkungen. Für sie steht da konkret die Frage im Raum, ob nur die über 90-Jährigen oder auch schon alle über 80-Jährigen durchgeimpft werden können", so Kühnert.

Es gehe da um Menschenleben. "Und alle, die jetzt sagen, na Mensch, die Impfdosen sind doch bestellt, jetzt kommt es auf einen Tag mehr oder weniger auch nicht an - doch darauf kommt es an!"

Der SPD-Vize verwies auf das hohe Alter der meisten der mehr als 30.000 Corona-Toten in Deutschland und fordert eine Verbesserung des Impf-Prozesses. "Deswegen, das ist ein Appell in alle Richtungen, Zeit ist Menschenleben im Moment. Es muss jetzt wirklich alles auf die Infrastruktur ausgerichtet sein."

Quelle: ntv.de, ako

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