Politik

Attentat auf russischen Botschafter Bericht: Ankara beschuldigt Gülen-Bewegung

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Die Leiche des Botschafters wurde nach Russland überführt.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Der Attentäter ist tot. Doch was steckt hinter dem Mord an dem russischen Botschafter in Ankara? Die türkische Regierung will laut einem Bericht den Schuldigen gefunden haben.

Die türkische Regierung macht nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu die Gülen-Bewegung für das tödliche Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara verantwortlich. Außenminister Mevlüt Cavusoglu habe seinem US-Amtskollegen John Kerry mitgeteilt, "dass Fetö hinter diesem Anschlag steckt", meldete Anadolu unter Berufung auf diplomatische Kreise in Ankara. Das wüssten sowohl die Türkei als auch Russland.

Fetö ist die amtliche türkische Bezeichnung für die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, die in der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird. Die Regierung beschuldigt Gülen, der Drahtzieher des Putschversuches in der Türkei Mitte Juli zu sein. Ankara fordert von den USA seine Auslieferung.

Der russische Botschafter Andrej Karlow war am Montagabend in Ankara von einem türkischen Polizisten hinterrücks erschossen worden. Der 22-jährige Mevlüt Mert Altintas verschaffte sich Medienberichten zufolge mit Hilfe seines Polizeiausweises Zutritt zu der Ausstellung und schoss dem Diplomaten neun Mal in den Rücken. Nach der Tat rief Altintas, er habe dies aus "Rache" für Aleppo getan, wo die syrischen Regierungstruppen mit der Unterstützung der russischen Luftwaffe jüngst die letzten Rebellenviertel eroberten. Auf Türkisch rief er: "Vergesst nicht Aleppo" sowie "Vergesst nicht Syrien". Außerdem schrie er "Allahu Akbar" (Gott ist groß) auf Arabisch. Der Attentäter wurde von Spezialkräften getötet.

Der Bürgermeister von Ankara, Melih Gökcek, und regierungsnahe Medien hatten bereits kurz nach dem Attentat auf Karlow gemutmaßt, der Täter könnte zur Gülen-Bewegung gehören. Gülen verurteilte nach dem Anschlag auf den Botschafter "diesen abscheulichen Terrorakt auf das Schärfste".

Die Türkei verlangt von den USA die Auslieferung des Predigers. Washington fordert jedoch stichhaltige Beweise für die angebliche Beteiligung des Predigers an dem Putschversuch. Seit dem Putschversuch sind in der Türkei nach offiziellen Angaben mehr als 40.000 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden, denen Gülen-Verbindungen vorgeworfen werden.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP

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