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UN fordern Armeekooperation Boko Haram dehnen blutigen Kampf aus

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Die Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram dehnen ihren Kampf bis in den Niger aus.

AP

Die Islamistengruppe Boko Haram dehnen ihren blutigen Kampf für einen islamischen Staat immer weiter aus. Wie Zeugen berichten, dringen die Kämpfer aus Nigeria nun auch in das Nachbarland Niger vor. Dort allerdings gibt es heftige Gegenwehr.

Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram greifen nun offenbar auch in Nigerias Nachbarland Niger an. Das berichten Zeugen. Behörden bestätigen die Angaben. Die Gefechte in der Stadt Bosso an der Grenze zu Nigeria hätten begonnen, erklärte der Gouverneur von Diffa, der Hauptstadt der gleichnamigen Region im Südosten des Niger, Yacouba Soumana Gaoh. Gegen Mittag sei "die Ordnung wiederhergestellt worden".

Ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation sagte, Kämpfer der Islamistengruppe hätten Bosso vorübergehend eingenommen, bevor sie aber wieder nach Nigeria zurückgedrängt worden seien. Demnach waren Soldaten aus dem Niger sowie dem Tschad im Einsatz gegen die Islamisten. Dagegen erklärte der Gouverneur Gaoh, lediglich nigrische Soldaten hätten die Boko-Haram-Kämpfer vertrieben. Die tschadischen Truppen seien außerhalb von Bosso stationiert.

Ein Einwohner von Bosso sagte der Nachrichtenagentur AFP, "überall in der Stadt" seien Waffen zu hören gewesen. Es habe "so etwas wie eine Jagd durch die Stadt" gegeben. "Wir hörten 'Allahu Akbar'-Rufe. Wir hörten ein Flugzeug über die Stadt fliegen", so der Zeuge. Aus dem Rathaus und dem Sitz des Präfekten sei Rauch aufgestiegen.

Sicherheitsrat fordert effektiveren Kampf

Unterdessen forderte der UN-Sicherheitsrat die Nachbarländer Nigerias auf, im Kampf gegen die Islamistengruppe besser zusammenzuarbeiten. In einer Erklärung lobte das höchste UN-Gremium in New York "die rasche Unterstützung" der tschadischen Armee zur Bekämpfung von Boko Haram. Gleichzeitig rief der Sicherheitsrat die Nachbarländer auf, die regionalen Militäreinsätze und deren Koordinierung auszuweiten, um Boko Haram "effektiver und umgehend" bekämpfen zu können.

Der nigerianischen Armee war es bisher nicht gelungen, den Vormarsch von Boko Haram im Nordosten des Landes zu stoppen. Zuletzt drangen die Extremisten auch auf kamerunisches Gebiet vor. Kamerun und der Tschad schickten daher Truppen zur Bekämpfung der Rebellengruppe.

Bei einem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union wurde am Wochenende die Einrichtung einer 7500 Mann starken Eingreiftruppe beschlossen. Die Islamistengruppe kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 13.000 Menschen.

Quelle: n-tv.de, tno/AFP

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