Politik

Dritter Anschlag in 48 Stunden Bombe explodiert auf Militärstützpunkt

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Schon am Dienstag gab es einen schweren Anschlag in Afghanistan. Dazu bekannte sich jedoch noch keine Organisation.

(Foto: imago images/Kyodo News)

In Afghanistan drohen zarte Hoffnungen auf einen Frieden mit den radikalislamischen Taliban schnell wieder in Rauch aufzugehen: Die Organisation bekennt sich zu einem Sprengstoffanschlag gegen eine Militäreinrichtung. Das Land beklagt Dutzende Tote durch Terroranschläge in den vergangenen Tagen.

Die radikalislamischen Taliban haben nach eigenen Angaben einen tödlichen Anschlag auf einen afghanischen Militärstützpunkt in der Stadt Gardes verübt. Dies sei eine Reaktion auf Anordnungen der Regierung in Kabul, wieder militärisch gegen die Taliban vorzugehen, schrieb Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid in einer Whatsapp-Mitteilung an Medien. Das afghanische Innenministerium bestätigte den Anschlag auf den Stützpunkt. Demnach sei ein mit Sprengstoff bestückter Lastwagen vor einem Militärgerichtsgebäude in einem Wohngebiet in der Stadt Gardes im Osten des Landes explodiert.

Damit hält die Anschlagsserie in Afghanistan an, die den von den USA vermittelten Friedensprozess zu gefährden droht. Nach zwei Anschlägen mit Dutzenden Toten am Dienstag drohen die Spannungen zwischen den Taliban und der Regierung erneut zu eskalieren. Präsident Aschraf Ghani machte für beide Taten die Taliban und die IS-Miliz verantwortlich und ordnete die Wiederaufnahme der militärischen Offensive der Regierungstruppen gegen aufständische Gruppen an.

Bei einem Anschlag auf eine Entbindungsklinik waren am Dienstag mindestens 24 Menschen gestorben, zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Zu einem zweiten Anschlag auf eine Beerdigungszeremonie bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Taliban bestritten eine Beteiligung. Die Regierung beschuldigte sie aber, ein Umfeld zu fördern, in dem Terror gedeihe, und mit anderen militanten Gruppen zusammenzuarbeiten, die daran beteiligt gewesen sein könnten. Die Taliban versicherten, "voll und ganz vorbereitet" zu sein, um auf Angriffe der afghanischen Streitkräfte zu reagieren.

Quelle: ntv.de, ter/AFP/rts

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