Politik

Anschlagsversuch in Bonn Bombenleger muss lebenslang in Haft

Im Terror-Prozess um den gescheiterten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof verurteilt das Düsseldorfer Oberlandesgericht den Hauptangeklagten zu lebenslanger Haft - auch seine Komplizen müssen lange ins Gefängnis.

Im Islamistenprozess um den gescheiterten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof hat das Oberlandesgericht Düsseldorf den 29-jährigen Angeklagten Marco G. zu lebenslanger Haft verurteilt und zudem die besondere Schwere seiner Schuld festgestellt. In dem Mammutverfahren gegen insgesamt vier mutmaßliche Islamisten erhielten zwei weitere Beschuldigte Haftstrafen von jeweils zwölf Jahren und der vierte Angeklagte eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren.

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Der Hauptangeklagte Marco G. im Gerichtssaal

(Foto: dpa)

Sie hatten nach Überzeugung der Anklage ein Mordkomplott gegen einen Politiker der rechten Partei Pro NRW geschmiedet. Der Hauptangeklagte G., Enea B., Koray D. und Tayfun S. sollen geplant haben, den Leverkusener Chef der rechtsextremen Partei in seinem Privathaus zu erschießen. Aber nur G. wurde wegen Mordversuchs verurteilt. Durch die Feststellung der besonderen Schuldschwere ist seine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Alle vier Angeklagten wurden wegen Verabredung zum Mord und Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Die Verteidiger hatten für alle vier Angeklagten Freisprüche beantragt. Das Gericht hat in dem Prozess an 155 Tagen verhandelt, 27 Sachverständige und 157 Zeugen wurden gehört. Nachdem beim Hauptangeklagten Rasierklingen und eine Stichwaffe in der Zelle gefunden worden waren, verstärkte das Gericht noch einmal die Sicherheitsvorkehrungen.

Mordkommando gegen Pro-NRW-Funktionär

Am 10. Dezember 2012 war ein Sprengsatz in einer Sporttasche an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs entdeckt worden. Polizisten machten die Bombe mit einem Wassergewehr unschädlich. Weil kein Zünder an der mit Sprengstoff gefüllten Rohrbombe entdeckt wurde, handelte es sich aus Sicht der Verteidiger lediglich um eine Attrappe. Bei den Ermittlungen zu dem Mordkomplott war Marco G., ein aus Oldenburg stammender Konvertit, in Verdacht geraten, die Bonner Bombe als Einzeltäter gelegt zu haben. An dem Sprengsatz war die DNA seines Sohnes und die seiner Frau gefunden worden. 

Vier Monate später, im März 2013, soll ein nächtliches Mordkommando auf dem Weg zu einem rechtsradikalen Politiker in Leverkusen gewesen sein, als der mit Abhörmikrofonen bestückte Wagen von der Polizei gestoppt wurde. Das vereitelte Attentat auf den Pro-NRW-Funktionär war demnach ein Racheakt für islamfeindliche Provokationen von Pro NRW. Damals hatten Mitglieder von Pro NRW wiederholt Karikaturen des Propheten Mohammed vor Moscheen gezeigt.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/dpa

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