Politik

EU-Staatsbürgerschaft beantragt Boris Johnsons Vater will Franzose werden

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Europapolitisch vertreten Boris Johnson und sein Vater entgegengesetzte Positionen.

(Foto: imago images / i Images)

Boris Johnson war schon während des Referendums die treibende Kraft hinter der Brexit-Kampagne. Kurz bevor der von ihm verhandelte Austrittsvertrag in Kraft tritt, sorgt sein eigener Vater mit einem proeuropäischen Stunt für Aufsehen.

Stanley Johnson, der Vater des britischen Premierministers Boris Johnson, ist eigenen Angaben zufolge dabei, die französische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Dem französischen Radiosender RTL sagt Stanley Johnson am Vorabend des von seinem Sohn vorangetriebenen Austritts Großbritanniens aus der EU: "Ich werde immer ein Europäer bleiben, das ist sicher." Man könne dem britischen Volk nicht sagen, dass es nicht europäisch sei. "Eine Verbindung mit der Europäischen Union zu haben, ist wichtig."

In dem Interview, das die britische Boulevard-Zeitung "Daily Mail" als "peinlich" für den Premierminister bezeichnete, erklärte Johnson Senior: "Wenn ich das richtig verstehe, bin ich Franzose." Seine Mutter sei in Frankreich geboren, deren Mutter und Großvater seien französisch gewesen. "Also hole ich nur etwas zurück, was ich bereits habe", so Johnson über seinen französischen Einbürgerungsantrag. "Und das macht mich sehr froh."

Der 80-jährige Stanley Johnson gilt im Gegensatz zu seinem Sohn als bekennender Pro-Europäer. Er saß für die konservative Partei als Abgeordneter im Europaparlament und arbeitete für die EU-Kommission. Bei dem Referendum 2016 stimmte er nach eigenen Angaben für einen Verbleib Großbritanniens in der EU.

Großbritannien schließt am Donnerstag um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit den Brexit endgültig ab. Dann endet nach einer elfmonatigen Übergangsphase seit dem EU-Austritt auch die Mitgliedschaft im EU-Binnenmarkt und der Zollunion. Zu Neujahr wird die wirtschaftliche Trennung von der Europäischen Union vollzogen.

"Das Schicksal dieses großartigen Landes liegt jetzt fest in unseren Händen", sagte Regierungschef Boris Johnson. "Am 31. Dezember um 23 Uhr (Ortszeit) beginnt ein neuer Anfang in der Geschichte unseres Landes und eine neue Beziehung mit der EU als deren engster Verbündeter. Endlich ist dieser Moment gekommen, und jetzt ist die Zeit, ihn zu nutzen", sagte Johnson. Zuvor hatte das britische Parlament das von Johnson vorgelegte Ratifizierungsgesetz an einem Tag durchgewunken. Mit der Zustimmung von Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II, dem "Royal Assent", trat das Gesetz kurz darauf in Kraft.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa