Politik

Vier Wochen vor der Abstimmung Brexit-Befürworter holen auf

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Am 23. Juni stimmen die Briten ab.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Noch vor einer Woche freuen sich die Brexit-Gegner über einen 13-Punkte-Abstand zu den Befürwortern eines EU-Austritts. Dieser Abstand schmilzt jetzt bedrohlich zusammen. Ganz offen wird über einen Misstrauensantrag gegen den Premier diskutiert.

Der noch vor einer Woche komfortable Vorsprung der Brexit-Gegner in Großbritannien ist laut einer aktuellen Umfrage deutlich eingeschrumpft. Laut "Daily Telegraph" sprechen sich 51 Prozent der Befragten für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union aus. 46 Prozent sind dagegen. Damit ist der Vorsprung von 13 Prozentpunkten aus der vergangenen Woche auf nur noch fünf Punkte zusammengeschmolzen.

Der einstige Wahlkampfmanager von Premierminister David Cameron, Lynton Crosby, erklärte die bröckelnde Zustimmung für das EU-Lager mit der anhaltenden Debatte über die mangelnde Kontrolle der Zuwanderung in die Europäische Union. Laut der Umfrage für die Zeitung gaben 52 Prozent der Befragten an, dass sich ein EU-Austritt positiv auf Großbritanniens Einwanderungssystem auswirken könnte.

"Innerhalb weniger Tage getoastet"

Cameron war in den vergangenen Tagen aus den eigenen Reihen angegriffen worden. Ihm wird vorgeworfen, sein Versprechen, die Zuwanderung zu begrenzen, nicht gehalten zu haben. In den britischen Medien ist bereits von einem "Bürgerkrieg" in der konservativen Partei die Rede. Mehrere Abgeordnete drohen mit einem Misstrauensvotum, sollten sich die britischen Wähler für einen Brexit oder nur knapp für einen Verbleib des Landes in der EU entscheiden.

Die Tory-Abgeordnete Nadine Dorries kündigte für diesen Fall den Sturz Camerons an. "Er wäre innerhalb weniger Tage getoastet", sagte sie in einer Talk-Sendung des britischen Fernsehsenders ITV am Sonntag. Auch der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson griff den Premier scharf an. Er warf ihm vor, eine "zersetzende" Wirkung auf das Vertrauen in die Politik zu haben, weil es ihm nicht gelungen sei, die Zahl der Einwanderer wie versprochen auf unter 100.000 pro Jahr zu begrenzen.

In Großbritannien wird am 23. Juni über den Verbleib oder den Austritt aus der EU abgestimmt. Auch bisherige Umfragen hatten stets ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gegnern und Befürwortern eines Brexit ergeben.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/rts

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