Politik

Zeichen gegen den Terror Britische Unterhauswahl findet statt

3ac39461da5f5187a35bad53398ef739.jpg

May erschien zu ihrem Statement in schwarzer Trauerkleidung.

(Foto: REUTERS)

Nach einer Sitzung des Krisenstabs der britischen Regierung wendet sich Premierministerin May an die Briten. Ihre Botschaft: Die Wahlen am Donnerstag finden statt. Außerdem werde man die Terrorbekämpfung intensivieren.

Nach einer Sitzung des Krisenstabs ihrer Regierung hat die britische Premierministerin Theresa May mitgeteilt, dass die Unterhauswahlen  am 8. Juni wie geplant stattfinden werden. Der wegen des Anschlags vom Samstag unterbrochene Wahlkampf werde am Montag weitergehen, so May.

Nach den regierenden Konservativen hatte auch die oppositionelle Labour-Partei ihren Wahlkampf kurzzeitig unterbrochen. Damit werde den Toten und Verletzten Respekt gezollt, erklärte Parteichef Jeremy Corbyn. Dies sei in Absprache mit den anderen Parteien entschieden worden. Der für den EU-Austritt zuständige Minister David Davis sagte jedoch schon vor Mays Stellungnahme, die Unterbrechung werde nur von relativ kurzer Dauer sein.

Unter anderem hatte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan eine Verschiebung der Wahl entschieden abgelehnt. Die Briten könnten zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen, indem sie am Donnerstag ihre Stimme abgeben, sagt Khan unmittelbar nach dem Londoner Terrorangriff, bei dem nach letzten Erkenntnissen sieben Menschen ums Leben kamen und Dutzende weitere verletzt wurden. Auch die drei Angreifer wurden getötet.

"Jetzt reicht's"

May nannte die Attacken einen "brutalen Terroranschlag". Die Angreifer hätten unschuldige Bürger mit Messern und Klingen attackiert. Alle drei Verdächtigen hätten Sprenggürtel-Attrappen getragen, um Panik zu verbreiten. Die Premierministerin sagte Islamisten den Kampf an.

Großbritannien habe große Fortschritte in der Terrorbekämpfung gemacht, betonte May. Aber es sei höchste Zeit, zu sagen: "Jetzt reicht's." Es müsse allen Menschen möglich sein, ihr Leben normal weiterzuführen. "Wir können und wir dürfen nicht so tun, als ob alles einfach so weitergehen könnte. Etwas muss sich ändern."  May will entschieden gegen den islamischen Extremismus vorgehen: "Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten." Mit dem Begriff "öffentlicher Dienst" spricht May vermutlich das Schulwesen an. Es gebe "viel zu viel Toleranz für Extremismus in unserem Land", betonte sie.

Die drei jüngsten Anschläge in Großbritannien seien ihrer Einschätzung zwar nach nicht direkt miteinander verknüpft. Es gebe aber einen neuen Trend, bei dem Terror noch mehr Terror hervorrufe. May forderte mehr Überwachung für Internet und Messengerdienste. Der "Cyberspace" biete Extremisten einen Rückzugsort für ihre Machenschaften, sagte May weiter. Dies dürfe man nicht dulden. Vielmehr müsse besser überwacht und reguliert werden, um die Kommunikationswege von Terroristen zu stören. Dazu brauche es internationale Vereinbarungen, sagte die Regierungschefin.

Quelle: ntv.de, sba/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.