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"Gesetz für die Reichen" Buffett zerpflückt Pläne für "Trumpcare"

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Warren Buffett unterstützte im US-Wahlkampf Hillary Clinton.

(Foto: AP)

Nicht nur die Republikaner tun sich schwer mit den Plänen der US-Regierung zum Umbau von Obamacare. Starinvestor Warren Buffett nennt den Entwurf ein "Gesetz für die Reichen" - er selbst würde dank "Trumpcare" 17 Prozent Steuern einsparen.

Starinvestor Warren Buffett hat die Pläne der Republikaner zum Umbau des US-Gesundheitssystems als Steuergeschenk für Spitzenverdiener kritisiert. Der Entwurf der Partei von Präsident Donald Trump zur Neuordnung der Obamacare-Krankenversicherung könne auch als "Gesetz für die Reichen" ("Relief for the Rich Act") betitelt werden, sagte der Börsen-Guru in einem Interview dem US-Sender PBS.

Er habe vermögende Freunde, die durch die geplante Reform der Krankenversicherung zehn Millionen Dollar und mehr an Abgaben an den Fiskus sparen würden, so Buffett. Bei ihm selbst würden die Steuern dadurch um 17 Prozent geringer ausfallen, sagte der 86-Jährige, der in der Vergangenheit mit der Aussage für Aufsehen gesorgt hatte, seine Sekretärin zahle einen höheren Steuersatz als er selbst.

Buffet bezieht sich damit auf die im "American Health Care Act" versteckten Pläne zur Senkung von Steuern. Besonders heikel ist der Wunsch der Republikaner, die ursprünglich zur Finanzierung von Obamacare erhobene Steuer auf Einkünfte aus Investments wieder abzuschaffen: Für Spitzenverdiener würde der Steueraufschlag von 3,8 Prozent auf Kapitalerträge wegfallen, sodass vor allem Menschen, die ihr Geld an der Börse verdienen, von "Trumpcare" profitieren würden.

Der berühmte Großanleger, der nach Schätzungen des "Forbes"-Magazins mit einem Vermögen von rund 75 Milliarden Dollar derzeit der viertreichste Mensch der Welt ist, hatte die Pläne der Republikaner bereits im vergangenen Monat beim Aktionärstreffen seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway aufs Korn genommen. Buffett hatte in dem Zusammenhang auch vor den Folgen der steigenden Gesundheitskosten für die USA gewarnt, die sich wie ein "Bandwurm auf Amerikas wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit" auswirkten. Der Milliardär hatte im Wahlkampf Hillary Clinton unterstützt.

Ob der US-Senat dem kritisierten Entwurf zur Neuordnung der Krankenversicherung zustimmt, ist unklar. Eine für diese Woche geplante Abstimmung wurde verschoben. Präsident Trump hatte die Abschaffung der unter seinem Vorgänger Barack Obama eingeführten Versicherung zu einem seiner wichtigsten Wahlkampfversprechen gemacht. Bislang tun sich die Republikaner aber schwer, einen Ersatz zu finden. Das Problem: Konservativen Abgeordneten geht der geplante Umbau von Obamacare nicht weit genug, gemäßigte Politiker kritisieren hingegen die Folgen, insbesondere für ärmere Bürger.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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