Politik

Flüchtlinge im Kühllaster versteckt Bulgarien stoppt Menschenschmuggler

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Der Grenzzaun an der bulgarisch-türkischen Grenze: Hier endet die Europäische Union.

(Foto: REUTERS)

Die Aussicht auf geschlossene EU-Grenzen drängt Flüchtlinge in die Arme gewissenloser Schleuser. An der EU-Außengrenze im Südosten öffnen Beamte einen verdächtigen Kühl-Lkw - und entdecken mehr als 100 Flüchtlinge.

Die bulgarischen Behörden haben in einem Kühllastwagen an der Grenze zur Türkei fast 130 Flüchtlinge entdeckt, darunter 58 Kinder. Wie das Innenministerium in Sofia mitteilte, war der Zustand der Flüchtlinge "nicht Besorgnis erregend".

Die Flüchtlinge gaben an, Syrer zu sein. Sie waren hinter der aus Mineralwasser bestehenden Ladung versteckt. Der türkische Lkw-Fahrer war den Angaben zufolge unterwegs nach Rumänien. Er wurde am Grenzübergang bei Kapitan-Andreewo (türkisch: Kapikule) unweit der türkischen Stadt Edirne festgenommen.

Im Südosten Bulgariens verläuft ein rund 240 Kilometer langer Abschnitt der EU-Außengrenze zur Türkei. Im Januar begann die Regierung in Sofia damit, die Grenze mit einer stacheldrahtbewehrten Zaunanlage abzuriegeln.

Todesfalle Laderaum

Wie gefährlich die verdeckten Methoden der Menschenschmuggler sind, belegt ein ähnlicher gelagerter Vorfall von Ende August: An einer Autobahn im österreichischen Burgenland hatten österreichische Behörden einen verlassenen Kühllaster am Straßenrand geöffnet und waren im Inneren auf insgesamt 71 Tote gestoßen.

Die Flüchtlinge stammten den Erkenntnissen der Ermittler zufolge vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Menschenschmuggler hatten sie an der Grenze zwischen Ungarn und Serbien abgeholt und nach Österreich gebracht. Kurz darauf waren die Reisenden in dem luftdicht abgeschlossenen Laderaum erstickt. Mehrere Tatverdächtige wurden festgenommen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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