Politik
Bei illegalen Autorennen werden oft Unschuldige verletzt (hier in Hagen).
Bei illegalen Autorennen werden oft Unschuldige verletzt (hier in Hagen).(Foto: picture alliance / Alex Talash/d)
Freitag, 22. September 2017

Illegale Autorennen als Straftat: Bundesrat beschließt Haftstrafen für Raser

Nach zahlreichen schweren Unfällen mit Todesopfern, drohen Rasern künftig deutlich härtere Strafen. Der Bundesrat stimmt einem Gesetztesentwurf zu, mit dem illegalen Autorennen und andere lebensgefährliche Tempofahrten als Straftat gewertet werden.

Teilnehmern von illegalen Autorennen drohen künftig empfindliche Strafen. Nach einer Reihe von Todesfällen bei solchen Veranstaltungen billigte der Bundesrat ein vom Bundestag im Juni beschlossenes Gesetz, mit dem diese künftig nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gewertet werden. Veranstalter und an den Rennen beteiligte Fahrer werden demnach mit Geldstrafen oder bis zu zwei Jahren Haft belegt.

Kommen Menschen ums Leben oder werden sie schwer verletzt, drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Durch die Neuerung wird es zudem möglich, die Autos der Beteiligten zu beschlagnahmen und ihnen den Führerschein wegzunehmen.

Bisher wurden die Teilnehmer illegaler Straßenrennen mit einem Bußgeld in Höhe von 400 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot belegt, Veranstaltern drohte ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro.

"Russisches Roulette auf Straßen"

Die Gesetzesverschärfung zielt auch auf Raser, die nicht gegen andere Fahrer in einem illegalen Rennen antreten. Bestraft werden kann künftig auch, wer am Steuer "mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob und verkehrswidrig und rücksichtslos" unterwegs ist, "um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen".

Bundesjustizminister Heiko Maas begrüßte den Bundesratsbeschluss. "Die Auswirkungen von illegalen Straßenrennen sind katastrophal - auch für völlig Unbeteiligte", erklärte der SPD-Politiker. "Ich halte diese Raserevents für ein Hobby von Verrückten - das ist russisches Roulette auf deutschen Straßen." Geldstrafen allein reichten nicht aus.

In den vergangenen Jahren hatten wiederholt Unfälle mit Todesopfern und Schwerverletzten bei illegalen Straßenrennen für Entsetzen gesorgt. Zuletzt wurde in Mönchengladbach ein 38-jähriger Fußgänger überfahren und tödlich verletzt.

Quelle: n-tv.de