Politik

Abschreckung gegen Russland Bundeswehr baut Bataillon in Litauen auf

Seit der Annexion der Krim und der Krise in der Ostukraine ist das Verhältnis des Westens zu Russland angespannt. Vor allem die baltischen Länder dringen auf mehr Schutz. Auf Bitten der Nato weitet nun Deutschland sein Engagement aus.

Deutschland wird sich künftig stärker an den Nato-Missionen zur Abschreckung gegen Russland beteiligen. Dabei wird sich die Bundeswehr am Aufbau eines Bataillons in Litauen beteiligen und selbst eine Kompanie - also 150 bis 200 Soldaten - entsenden. Einen entsprechenden Bericht von Spiegel Online bestätigte das Bundesverteidigungsministerium n-tv.de. "Es gibt hierzu erste Überlegungen und Abstimmungen innerhalb der Nato", sagte ein Sprecher. Entscheidungen würden beim Nato-Gipfel in Warschau im Juli getroffen.

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Die Bundeswehr soll Litauen ein stärkeres Gefühl der Sicherheit vermitteln.

(Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte beim Mini-Gipfel mit US-Präsident Barack Obama sowie Großbritanniens Premier David Cameron, Italiens Regierungschef Metteo Renzi und Frankreichs Staatschef Francois Hollande am Wochenende entsprechende Zusagen gemacht. Zugleich sei der Bundesregierung aber die Beachtung der Nato-Russland-Akte wichtig. Darin ist festgehalten, dass keine Truppen dauerhaft an der Ost-Grenze stationiert werden. Deswegen würden die Bundeswehr-Soldaten rotieren, hieß es.

Die Nato will in den drei baltischen Ländern sowie in Polen und Rumänien stets rotierende Bataillone aufstellen. Obama hat laut dem Bericht dabei vor allem auf einen Beitrag Deutschlands gedrungen. Deutschland ist innerhalb der Nato als besonderer Partner für Litauen zuständig. Derzeit ist die Bundeswehr mit bis zu 200 Mann bereits in dem baltischen Land im Einsatz. Dabei geht es vor allem um eine Intensivierung der Übungen. Die neuen Pläne sollen diesen Einsatz nun verstetigen.

Die Nato hat ihre Maßnahmen an der Ostflanke bereits verstärkt, auch die Bundeswehr. Sie schickt dieses Jahr rund 5500 Soldaten in Manöver und zur Ausbildung in die östlichen Nato-Mitgliedstaaten - vor allem nach Polen und in die baltischen Länder, die an Russland grenzen. Das sind etwa 500 mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Manöver, an denen die Bundeswehr sich beteiligt, steigt im Vergleich zum Vorjahr von 16 auf 21.

Die Beteiligung an den schnellen Einsatzkräften der Nato für Krisensituationen hat Deutschland dieses Jahr von 4700 auf 3600 Soldaten etwas heruntergefahren. An der Überwachung des Luftraums über dem Baltikum haben sich deutsche "Eurofighter"-Kampfjets zuletzt zwischen Ende August 2015 und Anfang Januar 2016 beteiligt.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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